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Leitbild

Fachforum Armut und Existenzsicherung Schweiz

Ausgangslage
Angesichts der dominierenden wirtschaftlichen Prozesse der heutigen Zeit kann davon ausgegangen werden, dass immer mehr Menschen in ihrer Existenz und Lebenschance bedroht werden. Das wirtschaftliche System ist und wird keine befriedigende Perspektive mehr für alle anbieten.
Der Notstand steigender Erwerbslosigkeit führt den Staatshaushalt und die Sozialversicherungssysteme in die Krise.
Die gleichzeitig stattfindende Reichtumsverschiebung nach oben unterhöhlt das demokratische Gefüge.
Gegenüber dieser Entwicklung müssen Alternativen gesucht werden.

Grundsätze
Zur Würde jedes Menschen gehört, an der Verrichtung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit teilnehmen und so einen aktiven Beitrag zum eigenen Lebensunterhalt leisten zu können.

Solange eine Verteilung der Arbeit und des Einkommens auf alle nicht erreicht werden kann, müssen gesellschaftliche Transferleistungen die langfristige existentielle Sicherung der wirtschaftlichen und soziokulturellen Bedürfnisse der vom wirtschaftlichen Prozess ausgeschlossenen Menschen garantieren.

Dazu sind ganzheitliche Lösungsansätze im bestehenden sozialen Netz nötig.
Die Versicherungs- und Fürsorgeinstrumente sind übergreifend einzusetzen, damit die tendenziell abnehmenden Resourcen optimal und bedarfsorientiert genutzt werden.

Gleichzeitig sind Selbsthilfeansätze der Betroffenen zu fördern.

Angesichts des Umstandes, dass von Armut und Ausgrenzung betroffene Menschen keine Lobby haben und zusätzlich durch Individualisierung des wirtschaftlichen Problems für ihr eigenes Schicksal verantwortlich gemacht werden, erachten wir es als dringend notwendig,

a) Personen in einem Verband zu organisieren, die täglich beruflich und ausserberuflich mit Problemen der Armut und Ausgrenzung zu tun haben und sich für die soziokulturelle und wirtschaftliche Existenzsicherung einsetzen.

b) innovative, zukunftsorientierte, soziale und ökologische Lösungsansätze zum Durchbruch zu verhelfen.

Zielsetzungen:
Im Zentrum der Tätigkeit des Fachverbandes steht das Ziel der langfristigen existentiellen Sicherung und gesellschaftlichen Integration der von Armut und Ausgrenzung bedrohten Menschen.
Bestehende ungenutzte Resourcen sollen in neuen Kooperationsmodellen und zur Schaffung von neuen Lebensräumen eingesetzt werden.

Der Verband ist politisch unabhängig und konfessionell neutral.

Die Verbandsaktivitäten umfassen im Sinne der Zielsetzung:

1. Perspektiven aus fachlicher Sicht
Bereitstellen und verbreiten von Fakten, Förderung des Fachwissens und von Qualitätsmerkmalen bei den Verbandsmitgliedern und in der Öffentlichkeit.
Durch fachliche Auseinandersetzung sollen zukunftsträchtige und ursachenorientierte Lösungsansätze entwickelt und mittels Öffentlichkeitsarbeit in die politische Diskussion eingebracht werden.

2. Lobbyarbeit
Der Verband soll durch effiziente Lobbyarbeit den Bedürfnissen der von Armut und Ausgrenzung betroffenen Menschen Gehör verschaffen.

3. Vernetzung
Der Fachverband unterstützt die Zusammenarbeit und Vernetzung interessierter Personen und Organisationen regional, national und international.
 
Mittel zur Zielerreichung
Um seine Ziele zu erreichen, gründet der Verband einzelne Arbeitsgruppen, welche themenspezifisch tätig sind und ihre Wirkung im Zusammenspiel der gesamten Verbandstätigkeit entfalten. Der Verband lebt dementsprechend von der Vielfalt der einzelnen Arbeitsgruppen und deren Synergie.

1998 wurde der Fachverband gegründet.
Zur Zeit sind zwei Fachgruppen tätig.

Interesse:
Fachforum Armut und Existenzsicherung
Postfach 1029. 3000 Bern 7
Tel. 031 312 10 66
Dr. phil. Silvia Sager, Präsidentin

Mail: heimann@viavia.ch

Spenden:
Fachforum Armut und Existenzsicherung, Bern PC 30-347516-0