Arbeitslosenkomitee Region Basel |
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Jahresbericht 1999
Aus einer Untersuchung über das Arbeitslosenkomitee Petition des Arbeitslosenkomitees an den Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt: "Selbsthilfe schafft sinnvolle Arbeit!" |
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Einnahmen
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Ausgaben
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| Spenden |
6 653.65
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| Fremdarbeiten |
3 105.00
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| Lotse Beiträge |
6 750.00
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| Telefon |
643.00
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| Taxen |
21.25
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| Versandspesen |
788.45
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| Reisespesen |
400.00
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| Mietanteil |
1 000.00
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| Löhne |
11 720.00
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| Büromaterial Anteil |
251.15
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| ZT |
16 508.65
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14 823.85
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| Gewinn (Verlust) |
1 684.80
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| Computer Raum & Schulung | ||
| Kursgelder |
10 800.00
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| Beitrag Arbeitslosenrappen |
15 000.00
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| Zins |
2.55
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| Material |
1 922.05
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| Administration |
2 300.00
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| Werbung |
537.00
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| Reinigung |
144.00
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| Weiterbildung |
200.00
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| Tacen |
64.65
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| Löhne |
17 550.00
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| Sozialversicherungen |
2 500.00
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| ZT |
25 802.55
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25 217.70
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| Gewinn (Verlust) |
584.85
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| Total |
42 311.20
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40 041.55
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2 269.65
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Aktiven
PC AKB
1 644.20
PC CRS
225.05
Inventar CRS
645.80
Total
2 515.05
Passiven
Kreditoren
5 6995.30
EK per 1.1.99
- 5 449.90
Gewinn 99
2 269.65
- 3 180.25
Total
2 515.05
Claude Luther 100% Computerraum
Cathérine Merz 60% AKB
Manfred Reist (unentgeltliche MA: A-Post, Archiv, Vertretung nach aussen)
Hans-Georg Heimann
Revision: Daniel Stoller
Erwerbslosigkeit gemeinsam anpacken!
Das Arbeitslosenkomitee der Region Basel als Beispiel für ein Erwerbslosen-Selbsthilfeprojekt
Der folgende Bericht ist die Kurzfassung einer Lizenziatsarbeit über Erwerbslosigkeit und Selbsthilfe am Beispiel des Erwerbslosenzentrums `Phönix' in Basel. Der theoretische Teil fusst auf dem Gesellschaftsmodell des Philosophen Jürgen Habermas und dem gesellschaftlichen Konfliktmodell von Axel Honneth. Im praxisorientierten Teil sind zehn ausführliche Interviews mit MitarbeiterInnen und die Erfahrungen meiner zweijährigen Mitarbeit im Zentrum verarbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass es für Erwerbslose wichtig ist, ihre Erwerbslosigkeit im Rahmen von Projekten zu thematisieren, die ihnen ihre Fähigkeiten aufzeigen und damit neue Handlungsperspektiven eröffnen.
Erwerbsarbeit ist die zentrale Institution über die sich ein Individuum in die Gesellschaft integrieren kann. Erwerbsarbeit hat damit nicht nur eine existenzsichernde Funktion. Ueber Erwerbsarbeit wird auch die soziale Stellung und das eigene Selbstverständnis mehr oder weniger explizit definiert. Eine sichere Stelle ist der unhinterfragte Hintergrund, vor dem ein Individuum in der Gesellschaft agieren kann.
Rationalisierung und Erwerbslosigkeit
Durch Rationalisierung, Standortnachteile und stagnierende Wirtschaftslage ist eine sichere Stelle auch in der Schweiz nicht mehr selbstverständlich. Der täglich in den Zeitungen zu verfolgende massive Stellenabbau und das Studium der Stelleninserate zeigt, dass weniger Personen mit besserer Ausbildung gebraucht werden. Was aus der Logik der Wirtschaft schlüssig zu sein scheint, wirkt sich für Individuen, die im Rahmen von Umstrukturierungsprozessen ihre Stellen verlieren, verheerend aus.
Das wirtschaftliche System kümmert sich wenig um die individuellen und gesellschaftlichen Folgen, die mit der Erwerbslosigkeit einhergehen. Diese werden dem sozialpolitischen System zur Verarbeitung delegiert. Dazu steht eine entsprechende "Entschädigungsmasse" zur Verfügung, die aber durch abfliessende Steuergelder und wachsende Problemlage laufend verringert wird.
Erwerbslosigkeit als Folge sich verändernder Arbeitmärkte manifestiert sich am Schluss immer im Verlust der Arbeitsstelle eines einzelnen Individuums. Mit dem Verlust der Erwerbsarbeit verliert dieses auch seinen unhinterfragten gesellschaftlichen Status und wird dahingehend entmündigt, dass ihm vorgeschrieben werden kann, welche Leistungen zum Bezug von Taggeldern erbracht werden müssen.
Da sich Erwerbslosigkeit so offensichtlich im Einzelschicksal manifestiert, geht darüber vergessen, dass es sich hierbei eigentlich um ein Problem des wirtschaftlichen Subsystems handelt und es die Institution der Erwerbsarbeit als Ganzes ist, die es den veränderten Bedingungen anzupassen gilt.
Nach Habermas kann dieser Umbau aber von der Wirtschaft nur indirekt geleistet werden. Erst wenn sich auf gesellschaftlicher Ebene neue Formen der Integration etabliert haben, wird die Wirtschaft mit entsprechend veränderten Arbeitsmodellen nachziehen. Teilzeitarbeit wird erst dann vermehrt angeboten, wenn sich die partnerschaftliche Arbeitsteilung im Alltag etabliert hat. Forderung und praktische Erfahrungen müssen aus lebensweltlichen Bereichen heraus entwickelt werden.
Erwerbslosigkeit: Ausschluss bei gleichzeitiger Versorgung
Mit dem Verlust einer Arbeitsstelle verliert ein Individuum auch die Möglichkeit, gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Es wird damit partiell aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Wie Axel Honneth gezeigt hat, lassen sich viele soziale Kämpfe auf den Kampf um gesellschaftliche Anerkennung (Honneth) zurückführen. Auch im eben zu Ende gegangenen französischen Streik ging es nicht nur um materielle Güter, sondern auch um die Forderung, die gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten nicht einzuschränken.
Sich gegen einen gesellschaftlichen Ausschluss zur Wehr zu setzen, gelingt aber nur denjenigen, die zuvor in die Gesellschaft integriert waren und über die Artikulationsmittel verfügen, die Art des Ausschlusses argumentativ zu formulieren und wieder einzufordern.
Dass sich im Bereich Erwerbslosigkeit so wenig Widerstand artikuliert, hängt mit den Schuldgefühlen zusammen, die den Erwerbslosen gesellschaftlich auferlegt werden, solange sie sich nicht in den Arbeitsprozess reintegriert haben. Wer erwerbslos ist und seine Taggelder beziehen kann, hat mit seinem Schicksal nicht öffentlich zu hadern. Schuldgefühle, die nicht thematisiert werden können, tendieren aber dazu, zu einem Bestandteil des eigenen Selbstbildes zu werden und sich auf die Handlungsfähigkeit auszuwirken. Morgenroth spricht von `sprachlosem Widerstand', der sich gegen die Erwerbslosen selber richtet.
Wem es nicht gelingt, sich innerhalb kurzer Frist in den Arbeitsprozess zu integrieren, muss andere Bewältigungsstrategien anwenden. Es zeigt sich, dass dabei oft auf Rückzug und Krankheit (Kirchler) zurückgegriffen wird. Krank zu sein wird gesellschaftlich eher legitimiert als arbeitslos zu sein. Für viele Erwerbslose führt dieser Weg zum Sozialamt oder zur IV.
Längerfristig ist das Problem damit aber nicht gelöst. Es wird immer mehr Personen geben, die dauerhaft aus dem Erwerbsprozess ausscheiden und durch mehr Repression höchstens vermehrt zu schlechter bezahlter und unterqualifizierter Arbeit angehalten werden können. Die Folgen einer andauernden Erwerbslosigkeit tragen aber letztlich sozialpolitische und private Institutionen, die nur graduell lindern können, was durch den Verlust der Arbeitsstelle verloren gegangen ist. Die uneingeschränkte gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeit lässt sich mit Geld und Therapie nicht ersetzen.
Milieuunterstützung und Netzwerkarbeit
Um Erwerbslosigkeit anders anzugehen und in kleinen Schritten mit neuen Arbeits- und Lebensformen zu experimentieren, braucht es neben den sozialpolitischen Institutionen auch Projekte, die dafür Raum anbieten. Wie solche Projekte und Konzepte konkret auszusehen haben, ist schwer zu beschreiben, da sie kaum gedanklich vorweggenommen werden können, sondern sich in einem systematischen Wechselspiel von Versuch und Reflexion entwickeln müssen. Der Sozialpädagoge Lothar Böhnisch hat mit dem Konzept der `Milieuunterstützung' einen Vorschlag vorgelegt, wie SozialarbeiterInnen / SozialpädagogInnen solche Selbsthilfeprojekte je nach Bedürfnis begleiten oder unterstützen könnten. Damit solche Projekte nicht regressiven Verhaltensweisen verfallen, ist es dringend notwendig, über Neztwerkarbeit eine permanente Aussenorientierung anzustreben.
Das Erwerbslosenzentrum `Phönix'
Einen möglichen Weg in diese Richtung versucht das Erwerbslosenzentrum Phönix zu gehen, das sich durch den Synergieeffekt dreier Erwerbslosenprojekte konstituiert hat.
Dass sich das Zentrum in seiner heutigen Form etablieren konnte, ist verkürzt auf zwei Ursachen zurückzuführen: mit dem Zeitungsprojekt `Stempelkissen' (jetzt `Surprise') und dem Umbau der leerstehenden Fabrik am Bläsiring 86 waren zwei Gefässe vorhanden, die es Personen ohne Erwerbsarbeit ermöglichten, neue und ganz andere Erfahrungen zu sammeln, in der Oeffentlichkeit dafür Aufmerksamkeit zu ernten und das Erlebnis der eigenen Erwerbslosigkeit in vermittelter Weise zu thematisieren.
Die ebenfalls geführten Gesprächsgruppen, die die Erfahrung der Erwerbslosigkeit unvermittelt, d. h. in immer wiederkehrenden Gesprächen angingen, scheiterten, da sie sich nicht auf ein konkretes Ziel ausserhalb der Gruppe beziehen konnten und sich dadurch beständig im Kreise drehten.
"Ich konnte etwas in Tat umsetzen"
Zeitungsprojekt und Umbau aber boten erwerbslosen Personen die Möglichkeit, sich in einem konkreten und nicht didaktisch konstruierten Projekt zu engagieren.
In den Interviews hat sich gezeigt, dass die Projekte am positivsten bewertet werden, die die Möglichkeit bieten, sich selber als fähige, vielschichtige Persönlichkeit zu erfahren. Vor allem durch die Zeitungsarbeit war es den Beteiligten zum Teil möglich, Fähigkeiten und Interessen zu entdecken, die ihnen so vorher nicht bewusst waren. Mit aller Vorsicht kann dies als eine Horizont- und Perspektivenerweiterung gedeutet werden, die neue Wege der Reintegration eröffnete:
"Ich konnte etwas in Tat umsetzen. Ich erfuhr viel Neues... über mich selber und über andere Leute, denen ich dort begegnete. Das Projekt an sich war ganz neu, so quasi aus dem Nichts entstanden. Ich denke, da konnte ich viel erfahren, wie so etwas laufen... und was da entstehen kann. Ein anderes Mal würde ich es [aber] anders machen. Ueber die Problematik habe ich tiefer nachgedacht. Ich habe auch neben dem Komitee Veranstaltungen besucht. Die Gründe der Arbeitslosigkeit haben mich interessiert, die wirtschaftlichen Zusammenhänge. Das habe ich früher weniger bedacht. Es war wie ein Zugang zur Welt aus einem bestimmten Blickwinkel. Ich habe die Welt einfach anders kennengelernt [resp.] bin daran."
Sozialarbeiterin, 58
"Einfach aufzuzeigen, dass man etwas erreichen... und etwas aufbauen kann und dass gute Ideen auch eine Chance haben. Ja, und dass es sich auch lohnt, [bei einer] Ideen nicht immer einfach zu sagen: Ja, das scheitert am Geld oder das können wir sowieso nicht. Ja, dass es sich auch lohnt, dabei zu bleiben und weiterzudenken und manchmal auch momentan utopisch erscheinende Ideen nicht einfach aus den Augen zu verlieren, sondern [zu wissen,] dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt wirklich realisieren können."
Biologielaborant, 33
Das Zentrum ist eine werktags geöffnete Anlaufstelle, wo soziale Kontakte zu anderen Erwerbslosen entstehen können, es ist ein Orientierungspunkt im Chaos der eigenen Erwerbslosigkeit. Die Mitarbeit im Zentrum hat das soziale Netz der Beteiligten erweitert und besteht zum Teil auch nach der aktiven Mitarbeit im Zentrum weiter.
Das Zentrum hat nicht die Funktion, Personen effizienter eine Stelle zu vermitteln, aber dadurch, dass Erwerbslosen in einer anderen Atmosphäre agieren können, die affirmativ wirkt, können sich neue Perspektiven eröffnen.
Das Zentrum und die MitarbeiterInnen haben aber auch mit massiven Schwierigkeiten zu kämpfen. Personen, die im Zentrum mitarbeiten, stehen unter dem Druck, gute Arbeit im Zentrum leisten zu wollen und sich damit Handlungsoptionen zu eröffnen und gleichzeitig den Anforderungen des Arbeitsmarktes - vermittelt über das Arbeitsamt - zu genügen. Des weiteren tragen erwerbslose Personen ihre Erlebnisse, Aengste und Aggressionen in das Zentrum hinein, was zu einem permanenten Konfliktpotential führt.
Das Zentrum selber muss in einem Umfeld funktionieren, der durch Finanzmangel, MitarbeiterInnenfluktuation, Unverbindlichkeit und der Schwierigkeit, ein arbeitsfähiges Selbstverständnis zu definieren, gekennzeichnet ist.
Wie sieht die Zukunft des Zentrums aus?
Letztlich ist alles prekär. Das Zentrum kann weiterbestehen, aber auch zusammenfallen. Damit würde es dem Schicksal vieler Initiativen folgen, die während einer Krise gestartet werden, dann aber eingehen, wenn die Krise aus der medialen Oeffentlichkeit verschwindet. Initiativen, die weiterbestehen, auch wenn das öffentliche Interesse an ihnen abgeflaut ist, können dies nur, wenn sich Personen finden, die die Initiative zu ihrer Sache machen und damit Konstanz gewährleisten.
Eine Initiative wird erst dann interessant, wenn sie diese Talsohle durchschritten hat, einen eigenen Stil konsolidieren konnte und damit Erfolg ausweist. Dann wird sie plötzlich wahrgenommen und von verschiedenster Seite um Zusammenarbeit angefragt. Im Bereich Erwerbslosigkeit, wo es z. Z. keine Patentrezepte gibt, sind Initiativen mit einem explorativen Charakter dringend notwendig.
Um dies zu leisten, muss das Zentrum auch in Zukunft in erster Linie darauf bedacht sein, seine Tätigkeiten nach aussen - an die Oeffentlichkeit - zu richten. Dadurch wird der Tendenz nach Rückzug und Innenorientierung ein Kontrapunkt entgegengesetzt.
Daniel Stoller
Aus "SURPRISE" Nr. 1/96.
Was hier als Konzentrat zusammengestellt wurde, kann ausführlicher in der gleichnamigen Lizenziatsarbeit nachgelesen werden, die im Erwerbslosenzentrum zur Einsicht oder Bestellung aufliegt (061/691 51 41).
Vollständige Studie: 233 Seiten, Fr. 45.-
Kurzfassung: 67 Seiten, Fr. 15.-
Literatur:
- Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns. Band 1 u. 2 Frankfurt am Main: Suhrkamp 1988.
- Honneth, Axel: Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994.
- Kirchler, Erich: Arbeitslosigkeit. Psychologische Skizzen über ein anhaltendes Problem. Göttingen: Hogrefe 1993.
- Morgenroth, Christine: Sprachloser Widerstand. Zur Sozialpathologie der Lebenswelt von Arbeitslosen. Frankfurt am Main: Fischer 1990.
- Böhnisch, Lothar: Gespaltene Normalität. Lebensbewältigung und Sozialpädagogik an den Grenzen der Wohlfahrtsgesellschaft. Weinheim und München: Juventa 1994.
- Selbsthilfe wirtschaftlicher Schwacher. Thomas Mächler u.a. Bern: Haupt 1994.
Angesichts der hohen Anzahl erwerbsloser und damit existentiell abhängiger
Menschen in unserem Kanton, und
angesichts der Aussicht, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der nächsten Zukunft nicht wesentlich verbessert,
erachten wir es als dringliche Aufgabe der Regierung,
Selbsthilfeprojekte von Betroffenen zu fördern.
Insbesonders sei fachlich und materiell die Gründung von Produktionsgenossenschaften und -vereinen zu unterstützen;
Projekte, die zu einem menschenwürdigen Leben mit oder ohne volle Erwerbsarbeit führen.
Dazu soll die Regierung folgendes Instrumentarium zur Verfügung stellen:
- Anlaufstelle mit fachlicher Beratung und Begleitung für Selbsthilfeprojekte
- finanzielle Mittel für Starthilfen von Selbsthilfeprojekten
- Vergabe von kantonalen Aufträgen an Selbsthilfeprojekte
- Vernetzung der Selbsthilfeprojekte mit bestehenden Sozialwerken auf kantonaler
Ebene (Arbeitslosenversicherung, Invalidenversicherung, SUVA, Fürsorge).
Die Petition wurde Ende Februar 97 eingereicht.
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