| A-POST Bulletin der Arbeitslosenselbsthilfe Basel |
1/98 |
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| Erwerbslosigkeit als Chanche für eine Neuorientierung? |
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| Die Zusammenfassung von Hannes Lindenmeyers Referat ist der Broschüre "Arbeitslos! Auswegslos?" entnommen. In ihr sind die Beiträge und Diskussionen zusammengefasst, die die letztjährige Salecina-Tagung zur Zukunft der Arbeit geprägt haben: Martin Übelhart beschreibt darin die aktuelle Lage in der Schweiz aus seiner Sicht als RAV-Mitarbeiter in Zürich. Thomas Heilmann, Verwaltungsratspräsident der Alternativen Bank Olten, vertritt zehn Thesen zur Zukunft der Arbeit aus ökonomischer Sicht. Christian Tuma, Ökonom und Sozialarbeiter aus Wien, berichtet von den Entwicklungen in unserem östlichen Nachbarland. Hans-Georg Heimann vom Arbeitslosen-Komitee Basel zeigt, wie er Wirtschaftstheorie in konkrete Selbsthilfearbeit umzusetzen versucht. Demselben Ansatz, aber in einer prekäreren Umgebung, folgt Sabine Hartmann vom Kommunalen Forum Wedding/Berlin. Henrique Schenkel, Arzt und Psychiater aus Bern, betrachtet schliesslich den subjektiven Arbeitsbegriff in einem historischen Exkurs, wie auch in einem Entwurf für die Zukunft. Vom 1.-4. Oktober 1998 wird in Salecina eine zweite Tagung stattfinden. Im Mittelpunkt der Diskussionen werden Strategien gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung und für eine wirtschaftliche Stärkung von unten stehen. Wenn Sie die Broschüre bestellen oder mehr über die nächste Tagung erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an: Stiftung Salecina, Ferien- und Bildungszentrum, 7516 Maloja, Tel. 081/824'32'39 oder Fax 081/824'35'75. |
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| Arbeit - nicht um jeden Preis | |
| Am 9. Juli wurden in Bern über 55'000 beglaubigte Unterschriften gegen das "neue" Arbeitsgesetz eingereicht. Die Abstimmung findet zwischen November 1998 und Frühjahr 1999 statt. | |
| Die Romands machten es uns wieder einmal vor: Von den 55'143 beglaubigten Unterschriften gegen die nunmehr zweite Revision des Arbeitsgesetzes stammen über 85 Prozent aus der West- und Südschweiz. Die schwache Mobilisierung in der Deutschschweiz sollte jedoch nicht mutlos machen, im Gegenteil: Die Grundanliegen des Referendums sind auch bei uns durchaus mehrheitsfähig - das hat der Abstimmungssieg in der Frage der Arbeitslosentaggelder schon einmal, wenn auch knapp, erfreulich gezeigt. Bedauerlich bleibt, dass der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) und die meisten seiner Teilgewerkschaften das Referendum nicht unterstützen. Das wird für den Abstimmungskampf ein beträchtliches Handicap sein.
Arbeitszeitverlängerung statt Arbeitszeitverkürzung Überstunden vernichten Arbeitsplätze! "Gleichverschlechterung": Frauen ohne Schutz 7-Tage-Woche! Prekär, prekär... Im Referendumskomitee sind nicht zufällig radikale GewerkschafterInnen und Erwerbslose zusammengeschlossen: Die wichtigste Botschaft im Abstimmungskampf lautet: |
| Würde hat einen Preis | |
| Ein europäisches Arbeitslosen-Parlament, ein Euro-Marsch 1999 und eine Deklaration zur Arbeitslosigkeit in unserer Region: Am Treffen von Arbeitslosen-Organisationen der Region in Mulhouse wurden grosse Pläne geschmiedet... | |
| In der "Maison des ensembles" in Mulhouse war am 10. Juli grundlegende Verständigungsarbeit angesagt: Allein schon die national verschiedenen Begriffe, Versicherungssysteme und Anspruchsberechtigungen vergleichbar zu machen, bedarf es noch einiger Arbeit. Im Mittelpunkt des Treffens standen der Informationsaustausch beispielsweise über die gängigen Ausgrenzungspraktiken gegenüber Erwerbslosen und die Vorbereitung gemeinsamer Aktionen, um den Forderungen der Erwerbslosen Nachdruck zu verleihen. So fand die Idee einer "Assembl&eacut;e europ&eacut;enne des chômeurs" ("Europäische Versammlung der Erwerbslosen") am Sitz des Europaparlaments in Brüssel bzw. Strassburg grossen Anklang. Eine weitere Gelegenheit, den internationalen Protest gegen die Arbeitslosigkeit zu verstärken, könnte sich im Zusammenhang mit dem geplanten Zweiten Euro-Marsch anlässlich des EU-Gipfels in Köln 1999 ergeben. Projekt Regio-Deklaration Unter dem Aspekt der Region wird es wichtig sein, in der engeren Vernetzung die vielfältigen Initiativen zusammenzuführen, konkrete Projektvorstellungen zu entwickeln und vor allem die Politik in der Region zur Unterstützung der Selbsthilfe-Projekte zu bewegen. Am nächsten Treffen in Freiburg soll die Deklaration ausformuliert werden. Arbeitslosigkeit kennt keine Grenzen - Wir auch nicht. |
| Bericht zur Volksinitiative für ein ausreichendes Berufsbildungsangebot (Lehrstellen-Initiative) "Wir schlafen nicht - jetzt geht's los mit der Lehrstelleninitiative lipa" Die Lehrstellen-Initiative lipa ist ein Projekt von Jungen für Junge und wird ausschliesslich von Jugendorganisationen, Jungparteien und der Gewerkschaftsjugend lanciert, sowie von verschiedenen Komitees unterstützt. Es fehlen über 7'000 Lehrstellen, das hat das zuständige Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT Ende März veröffentlicht. Zu einem grossen Teil liegt die Verantwortung für den Mangel an Lehrstellen bei den Betrieben (1995 waren es laut BFS noch 21,5%, die Lehrstellen anboten). 40'000 Jugendlichen wurde eine Lehrstelle zugesichert. Gegen solche düsteren Zukunftsaussichten will die Lehrstelleninitiative etwas unternehmen: Aufruf: |