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Jahresbericht 2005

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Arbeitslosigkeit macht krank
Leichter Rückgang bei der registrierten Arbeitslosigkeit
Zunahme der versteckten Arbeitslosigkeit
Zunahme der Jugendarbeitslosigkeit
Schwerpunkte in der Beratungsarbeit
Statistik Beratung
Fokus 2005: Arbeitslos, krank und in der Existenz bedroht
Projekte der Kontaktstelle für Arbeitslose

Einleitung

"Ein kleines Schiff in bewegtem Wasser" ist die Kontaktstelle für Arbeitslose. Auch in ihrem 21sten Jahr hatte die Stelle verschiedene Stürme zu überstehen. Einerseits musste der Verein mit weniger Geld als in den Vorjahren auskommen, andererseits ist die Nachfrage nach Beratung anhaltend hoch.

Die Finanzlage zwang uns, im letzten Sommer die Stellenprozente und damit verbunden auch die Oeffnungszeiten zu reduzieren. Dass wir trotzdem immer noch niederschwellige und schnell zugängliche Beratung anbieten können, verdanken wir kurzfristig gesprochenen kurzfristig gesprochenen grosszügigen Vergabungen von privaten Stiftungen, einem hochmotivierten Vorstand, dessen Mitglieder alles unternehmen, um der Kontaktstelle wieder zu einer angemessenen Finanzierung zu verhelfen, und einem Team, das trotz erschwerter Bedingungen mit Überzeugung seine Arbeit macht.

So sind wir zuversichtlich, dass das „kleine Schiff" auch im 2006 nicht im Sparwasser untergehen wird.

Arbeitslosigkeit macht krank

Beitrag von Nationalrätin Silvia Schenker

Die Arbeitswelt wird zunehmend härter. Stress und Belastung nehmen zu, es wird immer mehr Mobilität, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefordert. Immer mehr Arbeiter und Angestellte auf allen Stufen der Hierarchie leiden unter psychischen Problemen und Symptomen von Erschöpfung. Darüber wird geschrieben und gesprochen.

Doch wie steht es um jene, die keine Arbeit haben? Welchem Stress und welchen gesundheitlichen Risiken sind Arbeitslose ausgesetzt?

Untersuchungen zeigen eindeutig und klar, dass sich der Verlust des Arbeitsplatzes, oft sogar schon der drohende Verlust der Stelle, negativ auf die Gesundheit auswirkt. Schlafstörungen, Herzbeschwerden, erhöhte Depressivität, Erhöhung des Alkohol- und Nikotinkonsums sind nur einige der Symptome, von denen Arbeitslose betroffen sein können. In unserer Gesellschaft hat Arbeit einen derart hohen Stellenwert, dass plötzliche Arbeitslosigkeit längst nicht nur materielle Einbussen zur Folge hat, sondern auch ganz enorm die mentale Verfassung beeinträchtigt und mit Selbstzweifeln und Gefühlen von Wertlosigkeit und Versagen verbunden ist. Nicht selten fallen die betroffenen Personen auch aus ihren sozialen Netzen. In einem Kreis von vertrauten Menschen aufgehoben zu sein, ist ein zentraler Aspekt des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit. Isolation und Einsamkeit machen krank.

Die schlechte gesundheitliche Situation von Arbeitslosen macht deren Wiedereinstieg noch schwieriger als er sowieso schon ist. Oft wird eine solche Lebenssituation zu einem Teufelskreis, aus dem nur schwer wieder herausgefunden werden kann.

Als erstes gilt es, das Tabu zu überwinden, das generell mit der Arbeitslosigkeit, aber insbesondere auch mit psychischen Krankheiten verbunden ist. Wir müssen das Schweigen brechen und das Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Es darf nicht mehr sein, dass die einzelnen Arbeitslosen mit ihren - immerhin ja nicht von ihnen selber verursachten - Problemen allein gelassen und sogar stigmatisiert werden.

Dies ist der erste unbedingte Schritt auf dem Weg zu einer Verbesserung der Situation. Ohne öffentliche Diskussion, ohne öffentlichen Druck auch, ist eine nachhaltige Reduzierung der gesundheitlichen Risiken und Auswirkungen bei Arbeitslosigkeit nicht möglich. Wohl am wichtigsten ist es, die Arbeitslosen mit ihren verschiedenen Problemen nicht allein zu lassen. Neben der Unterstützung bei der Arbeitssuche müssen Erwerbslose auch auf ihre gesundheitliche Situation angesprochen werden. Nach Verbesserungsmöglichkeiten muss gemeinsam mit den Betroffen gesucht werden. Die Kontaktstelle für Arbeitslose hat hier eine wichtige Funktion, nicht zuletzt auch im Sinne von Pionierarbeit.

Die eidgenössischen Räte beschäftigen sich zurzeit bekanntlich mit der Revision der Invalidenversicherung. Dabei versucht das Parlament innerhalb der bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten Lösungsansätze zur Verbesserung der unbestritten kritischen Lage der IV zu finden. Es sind jedoch nicht zuletzt genau diese gültigen gesetzlichen Spielregeln, die mit dem grundlegenden Wandel von Werten und Normen in der Gesellschaft und dabei insbesondere auch in der Arbeitswelt in Schieflage geraten sind und in Frage gestellt werden müssen.

Wer eine Arbeitsstelle hat, sieht sich immer grösserem Druck ausgesetzt. Dieser Druck kann leicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Und wer aus der Arbeitswelt gefallen ist, trägt ein noch höheres Krankheitsrisiko. Dass dies die Gesundheitskosten weiter in die Höhe treibt, ist nur logisch. Es wird Zeit für die Politik einzusehen, dass Beschäftigungspolitik auch Gesundheitspolitik ist. Und umgekehrt.

Alle Jahre wieder, und zwar immer dann, wenn die neuen Krankenkassenprämien bekannt gegeben werden, sind die Gesundheitskosten Thema in der politischen Debatte. Rezepte gegen die Zunahme der Kosten gibt es wenige. Wenn solche aber präsentiert werden, dann setzen diese meist bei den Symptomen und nicht bei den Ursachen an. Griffige Massnahmen braucht es aber beispielsweise bei der Bekämpfung der Luftverschmutzung. Eine Erhöhung der Kostenbeteiligung von Patientinnen und Patienten ist kontraproduktiv. Und aus Sicht der Gesundheitspolitik ist eine gerechtere Verteilung der Arbeit sicherlich sinnvoller als die flächendeckende Verteilung von Antidepressiva.

Die bessere Verteilung der vorhandenen Erwerbsarbeit aber auch der unbezahlten Arbeit muss wieder auf die politische Agenda gesetzt werden. Dabei gilt es aber auch, die Realitäten nicht aus den Augen zu verlieren. Voll-beschäftigung etwa kann als Ziel in Parteiprogramme und in die Formulierung von Legislaturzielen aufgenommen werden. Bis zur Erreichung dieses Ziels muss jedoch alles getan werden, die Menschen zu unterstützen und zu begleiten, die keinen Platz in der Arbeitswelt gefunden haben.

Auch sie haben nicht nur das Recht auf materielle Existenzsicherung. Auch sie haben das Recht auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Silvia Schenker, Nationalrätin SP

Arbeitslosigkeit im Blickpunkt

Leichter Rückgang bei der registrierten Arbeitslosigkeit

In der Zeitung lesen Sie jeden Monat die "Arbeitslosenquote". Im Dezember 2005 betrug sie in Basel-Stadt 4,1% (3'976 Personen) und in Baselland 3,2% (4'511 Personen). Die Arbeitslosenquote entspricht aber nur ca. 2/3 der Personen, welche bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet sind. Alle Leute, die z.B. ein Beschäftigungsprogramm oder einen Kurs besuchen, oder dank einem Zwischenverdienst vorübergehend nur Teilarbeitslos sind, kommen in der "Arbeitslosenquote" nicht vor. Wer wirklich wissen wie hoch die "versicherte" Arbeitslosigkeit ist, muss die "Anzahl der registrierten Stellensuchenden" nachschlagen, und diese betrug in Basel-Stadt 5'839 Personen, in Baselland 6'217 Personen. Erfreulich ist auf jeden Fall, dass die registrierte Arbeitslosigkeit im letzten Jahr wieder leicht zurück gegangen ist.

Zunahme der versteckten Arbeitslosigkeit

Wer zählt die Arbeitslosen, welche nicht bei der Arbeitslosenversicherung registriert sind? Selbständige, die aufgeben müssen, "Ausgesteuerte", welche auch nach zwei Jahren bei der Arbeitslosenversicherung keine Stelle gefunden haben? Mütter, welche nach einer Familienpause vergeblich den Wiedereinstieg versuchen? Oder junge Erwachsene, welche gar nie richtig den Einstieg in die Arbeitswelt gefunden haben, und deshalb zuwenig versicherte Arbeitstage haben, um sich bei der Arbeitslosenversicherung anzumelden? Sie alle leben entweder von ihrem Ersparten, oder sie haben sich bei der Sozialhilfe anmelden müssen. Statistisch erfasst sind sie nicht. Schätzungen gehen davon aus, dass allein unter den ca. 10'000 Anspruchsberechtigten der Sozialhilfe der Stadt Basel 3'000 Stellensuchende sind.

Zunahme der Jugendarbeitslosigkeit

Was allen Sorgen bereitet, ist die Zunahme der Arbeitslosigkeit bei den jungen Erwachsenen! Der baselstädtische Nachhaltigkeitsbericht hält fest: "Eine Betrachtung nach Altergruppen seit 1994 zeigt, dass die Gruppe der 30 bis 39jährigen bis 1999 am schwersten von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Ab 2000 nahm dann aber die Arbeitslosigkeit vor allem bei jüngeren Menschen zu. Die höchste Quote ist nun in der Altersgruppe der bis 19jährigen zu finden und an zweiter Stelle steht die Gruppe der 20 bis 29jährigen."

Schwerpunkte in der Beratungsarbeit

Konflikte am Arbeitsplatz (Mobbing):

Obwohl es inzwischen weitere Beratungsangebote gibt, bleibt die Nachfragebei uns konstant hoch, und hoch bleibt auch der Beratungsaufwand in diesen menschlich sehr heiklen Fällen. Eine sehr geschätzte Hilfestellung ist unser Prospekt "Mobbing - psychologische Belästigung am Arbeitsplatz", in welchem Betroffene u.a. Tipps finden, wie sie Konfliktsituationen früh erkennen und sich schützen können.

Wiedereinsteigerinnen mit Migrationshintergrund:

Mütter, welche nach einer Familienpause den beruflichen Wiedereinstieg suchen, haben es selten einfach. Besonders schwierig ist die Situation für Frauen, welche in ihrem Herkunftsland über gute berufliche Qualifikationen verfügen, die in der Schweiz aber nicht anerkannt sind. Die Motivation der Frauen auch in der Schweiz beruflich qualifizierte Arbeit zu leisten ist sehr gross, und die Suche nach einer Lösung ist oft Detektivarbeit.

Qualifiziert und Langzeitarbeitslos: Es ist wirklich nicht so, dass nur Unqualifizierte und gesundheitlich Eingeschränkte lange Zeit arbeitslos bleiben. Immer wieder passiert es, dass Menschen mit erstaunlichen beruflichen Qualitäten, die an ihrem früheren Arbeitsplatz tadellose Arbeit geleistet haben, plötzlich nirgends mehr reinpassen. Manche von ihnen entwicklen aus der Not Ideen, wie sie mit ihren Fähigkeiten zumindest einen Teil ihrer Existenz sichern könnten - und lassen sich dabei durch unsere Stelle begleiten.

Jung und arbeitslos:

Es ist die Altersgruppe mit den höchten Arbeitslosenzahlen und der kürzesten Berufserfahrung. Die Kontaktstelle konnte dieses Jahr ihre bisherigen Erfahrungen gleich in zwei Projekte einbringen, welche für junge Erwachsene entwickelt wurden, die von der Sozialhilfe abhängig sind: Im Programm "AKTIV PLUS" finden junge Migrant/iinnen Austausch und Coaching bei der Stellensuche. Im Pilotprojekt "LERNHAUS" sind die Teilnehmer/innen oft bereits in jungen Jahren Langzeitarbeitslose. Sie können während fünf Monaten Infrastruktur und Lernberatung des Projekts nutzen, um sich eine neue Perspektive aufzubauen.

Statistik Beratung

Konsultationen nach Argumenten

-  30% Kurzinformation rund um ALV, von der Anmeldung bis zur Aussteuerung

-  16% Beratung Perspektiven gestalten (Arbeitssuche, Weiterbildung, Selbständiger Erwerb)

-  15% Spezifische Probleme: Frauen, Migration, Gesundheit

-  14% Beratung in Konfliksituationen

-  12% Rechtsberatung Arbeitsrecht, AHV,IV,UVG,BVG

-  11% Beratung Langzeitarbeitslosigkeit, Armut

-  2% Diverses

Anzahl Konsultationen

-  Persönlich 1'770
-  Telefonisch 2'361
-  Total 4'131

Fokus 2005: Arbeitslos, krank und in der Existenz bedroht

Die Krise der Arbeitsgesellschaft hat zu einem starken Kostenanstieg bei allen Systemen der sozialen Sicherung geführt. Eine Möglichkeit auf diese Entwicklung zu reagieren, besteht im Kürzen der Leistungen. Wir erlebten im letzten Jahr mehrfach, wie dieser Spardruck Familien oder Einzelpersonen, welche sich bisher mit Teilrenten, Nebenerwerb und Ergänzungsleistungen knapp über Wasser halten konnten, in grosse Bedrängnis brachten. Die Beratung in solchen Situationen ist sehr schwierig und aufwändig. Die Betroffenen verstehen die Welt nicht mehr und sind von der Situation schnell überfordert. Das Koordinieren der nötigen Amtsgänge, das Zusammentragen der notwendigen Unterlagen, das Einreichen von Gesuchen etc. welche die Familie vielleicht vor dem Gang zum Sozialamt bewahren können, braucht Zeit und einen kühlen Kopf. Der Basler Aemterdschungel ist dermassen kompliziert, dass selbst Professionelle den Überblick verlieren können. Das Beispiel der Familie K. soll diese Problematik illustrieren:

Familie K.

Herr K. migrierte vor über 20 Jahren in die Schweiz. Während 16 Jahren arbeitete er für einen Grossverteiler als Verkäufer an einem Gemüsestand im Freien. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Ab 1999 wird Herr K. wiederholt krank. Nach Ablauf der Sperrfrist wird ihm durch den Arbeitgeber gekündet.

Weil Herr K. nicht arbeitsfähig ist, bezieht er Leistungen der Krankentaggeldversicherung. Diese laufen jedoch per Ende 2001 aus. Herr K. hat keine andere Wahl, als sich bei der Sozialhilfe anzumelden. Die Gesundheit bessert sich nicht. Auf Anraten des Arztes meldet er sich Ende 2002 bei der Invalidenversicherung an. Im Oktober 2004 bekommt er den IV-Bescheid: 54% Arbeitsunfähigkeit ab 1.1.2003.

Die Teilrente der IV (Fr. 1'600.-) und die Teilrente aus der Pensionskasse (Fr. 2'700.-) ermöglichen der Familie eine Loslösung von der Sozialhilfe. Mit der Auszahlung der IV-Rente, und später der Pensionskassen-Rente, kann rückwirkend die Sozialhilfe verrechnet werden. Herr K. ist sehr erleichtert, denn er weiss, dass Sozialhilfeabhängigkeit für eine ausländische Familie mit grossen Risiken verbunden ist.

Doch die Erleichterung hält nicht lange an: Im November 2004 teilt ihm seine Pensionskasse per Einschreiben mit, dass die Rente per Januar 2005 um Fr. 2000.- gekürzt werde, da er zu 46% neben der halben Rente arbeiten könne, und infolge dessen überversichert sei. Herr K. ist nach wie vor 100% arbeitsunfähig - er kann kaum länger als 30 Minuten am Stück stehen oder sitzen. Vernünftigerweise müsste sich Herr K. wieder bei der Sozialhilfe anmelden, doch das will er auf keinen Fall. Die Familie verschuldet sich privat. Gemeinsam mit der Beratungsstelle werden alle weiteren Unterstützungsmöglichkeiten für die Familie ausgelotet. Zwei der Kinder machen eine Lehre, für sie werden Ausbildungsbeiträge beantragt. Nach einem halben Jahr wird die Situation entschärft, weil die kantonalen Ergänzungsleistungen den wegfallenden Rententeil übernimmt. Aber auch das Amt für Sozialbeiträge droht mit Kürzungen, falls sich Herr K. nicht aktiv um Arbeit bemüht. Herr K. versteht die Welt nicht mehr: wie soll er mit seiner Krankheit auf dem heutigen Arbeitsmarkt auch nur die geringste Chance haben? Er entschliesst sich zu einer erneuten Anmeldung bei der IV, er will eine ganze Rente beantragen.

Inzwischen ist, bedingt durch die rückwirkende Rentenauszahlung, eine hohe Steuerrechnung für die Jahre 2003 und 2004 eingetroffen. Wegen der Rentenkürzung ist natürlich kein Geld mehr da. Herr K. muss ein Erlassgesuch eingeben, damit er nicht betrieben wird. Die Antwort auf das Gesuch ist noch offen.

P.S.: Die komplexen Situationen, welche durch den Wegfall eines Erwerbseinkommens entstehen können, erfordern immer mehr ein Beratungsvorgehen im Netzwerk. Die Kontaktstelle arbeitet inzwischen mit einer ganzen Reihe von spezialisierten Beratungsstellen und Betroffenenorganisationen zusammen: die Rechtsberatung des Behindertenforums, die Schuldenberatung, die Familien- und Erziehungsberatung, die Frauenberatungsstelle, der Verein für Einelternfamilien, der Mietverband und Gewerkschaften, aber auch Juristen/innen und Aerzte/innen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass immer mehr Stellen ihre Ratsuchenden mit Existenzsicherungs-Notstand an die Kontaktstelle verweisen. Das "Soziale Basel" ist ebenso vielfältig wie verwirrlich, und die Irrgänge der Betroffenen belasten und produzieren viel Frust und Gereiztheit. Wir hoffen sehr, dass das regierungsrätliche Legislaturziel, Übersicht in diesem Gebiet zu schaffen, schnell spürbare Erleichterung bringen wird.

Projekte der Kontaktstelle für Arbeitslose

Interkulturelle Mediation in komplexen Beratungsfällen

Die Kontaktstelle für Arbeitslose verfügt über langjährige Erfahrung in der Beratung von fremdsprachigen Ratsuchenden. Die meisten Beratungen finden in deutscher Sprache statt. Das braucht zwar mehr Zeit, bis wir sicher sein können, dass wir uns gegenseitig verstanden haben, doch befähigt es die Ratsuchenden gleichzeitig, mit ihrem Problem selbständiger umzugehen. Bei komplexen Fällen, wie dem oben beschriebenen, reicht jedoch die deutschsprachige Beratung nicht aus, und auch eine reine Übersetzungsarbeit hilft nicht weiter: Es fehlen nicht nur die Worte, in solchen Notsituationen fehlt auch das Verständnis für die Wirkungsmechanismen des schwer durchschaubaren Systems. Wir sind daher sehr glücklich, dass wir dank einem Projektbeitrag der Otto-Erich-Heynau-Stiftung in solchen Fällen künftig eine/n ausgebildete/n interkulturelle/n Mediator/in beiziehen können.

Selbsthilfe und soziale Integration

Die folgenden Projekte, welche die Kontaktstelle für Arbeitslose begleitet, machen Wege sichtbar, welche die soziale Teilhabe von Arbeitslosen fördern und zugleich neue Perspektiven für alle eröffnen:

-  Gschängg-Tuusch-Aktion für Umwelt-Preis nominiert! Bereits zum 8. Mal fand im Dezember der beliebte Gschängg-Tuusch für Kinder statt. Die glücklichen Augen der Kinder, welche sich jeweils in der Elisabethenkirche ihr Geschänggli aussuchen, zeigen eindrücklich, wie Solidarität und ökologisch sinnvolles Handeln für Alle eine Bereicherung sein können. Die Aktion, welche wir gemeinsam mit der Offenen Kirche, dem Amt für Umwelt und Energie und dem Kindernäscht durchführen, wurde im Frühjahr für den Nachhaltigkeitspreis „Faktor Vier" nomminiert.

-  Tauschkreise und Alternativwährungen im Dreiland Im Elsass, in Südbaden und in Basel wurden in den vergangenen Jahren Tauschkreise und Alternativwährungen im Kampf gegen Armut und Ausgrenzung gegründet. In Basel sind dies der Arbeitstauschmarkt ATM und die Alternativwährung BonNetzBon, an deren Entwicklung auch die Kontaktstelle beteiligt ist. Beide Projekte konnten im November am trinationalen "Collogue monnaie et solidarité" vorgestellt werden, welches unsere Partnerorganisation "Maison de la Citoyenneté Mondiale" in Zusammenarbeit mit der Université de Haute Alsace in Mulhouse durchführte.

Mehr zu den beiden Schweizer Initiativen: www.arbeitstauschmarkt.ch und www.viavia.ch/netzbon

Gesundheitsförderung

Arbeitslosigkeit ist eine Belastung für die Gesundheit: Unsicherheit und existentielle Ängste lasten ebenso sehr auf dem Wohlbefinden, wie der Mangel an positiven Erlebnissen. Die Kontaktstelle förderte schon immer Projekte, welche es den Arbeitslosen ermöglichen, ihre Fähigkeiten und Ressourcen einzusetzen. Dank einer Projektfinanzierung der Margarethe-Meyer-Stiftung und des kantonalen Arbeitslosenfonds, können wir im 2006 Gesundheitstage durchführen, welche das Thema Gesundheit ganz direkt ansprechen.

Gegen den digitalen Graben

Seit 8 Jahren bietet der Computer Raum und Schulung individuelle Kurse für Computer-Einsteiger/innen und Fortgeschrittene. Das flexible Kurskonzept richtet sich nach den Bedürfnissen der Stellensuchenden und kann neu auch im e-Learning Verfahren genutzt werden.

An Arbeitslose mit fortgeschrittenen Computerkenntnissen wendet sich das Linux Terminal Server Project. Es ermöglicht es Besitzern von älteren Computern, ohne t

 

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