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Jahresbericht 2008

Inhaltsverzeichnis

Weiterbildung und Arbeitslosigkeit
Gastbeitrag: "Neue Horizonte für die Selbsthilfe"
Weiterbildung in der Arbeitslosigkeit
Zukunftsbildung - Bildungszukunft
Frauen und Weiterbildung
Jahresbericht 2008
Arbeitslosigkeit in Zahlen
Beratungsbericht
Beratungsarbeit in Zahlen
Weitere Dienstleistungen
Übersicht Selbsthilfeprojekte und Vernetzungen
Jahresrechnung 2008
Verdankungen
Die Kontaktstelle auf einen Blick

Weiterbildung und Arbeitslosigkeit

Martin Stingelin, Präsident

Lebenslanges Lernen und damit Weiterbildung gehört in der Schweiz und in vielen Ländern zu den politischen Zielen. Das Bundesamt für Sta­tistik schreibt in der Broschüre „Lebenslanges Lernen und Weiterbildung" Folgendes: „Die Wissensgesellschaft und die technologische Entwicklung machen eine Erneuerung und dauerhafte Entwicklung der Kompetenzen der Menschen unumgäng­lich. Der Erwerb von Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen von ho­hem Niveau und die kontinuierliche Aktualisierung und Weiter­entwicklung der erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sind Voraussetzung für die persönliche Entwicklung Aller und für ihre Teil­habe an allen Bereichen der Gesellschaft. Das lebenslange Lernen versteht sich als eine Antwort auf diese Anforderungen." Weiterbildung - lebenslanges Lernen war auch ein häufiges Bera­tungsthema unserer Kontaktstelle für Arbeitslose. Dabei zeigte sich, dass die praktische Umsetzung des lebenslangen Lernens nicht immer einfach ist. Oft scheitert es an den Finanzen und auch an der Lebenssituation der Ratsuchenden. Grund genug, um das Thema Weiterbildung als Hauptthema für unseren Jahresbericht auszuwäh­len. Verschiedene Beiträge sollen die Breite des Themas aufzeigen und neue Lösungsansätze weitergeben.

Beiträge zum Thema: Mit dem Gastbeitrag von Mardia Mmadi über das Projekt LE REZO möchten wir einen Blick über unsere Grenzen hinauswagen. Einer­seits, weil hier ein Projekt in Mulhouse vorgestellt wird und anderer­seits, weil Weiterbildung in einem noch um­fassen­deren Sinn verstanden und gelebt wird. Jede Person hat Kenntnisse, Fähigkei­ten und Lebenserfahrung. Dies wird Anderen angeboten. In diesem Weitergeben steckt ein wesentlicher Teil der eigenen Weiter­bildung. Dass Weiterbildung gerade auch im Wirtschaftsleben wichtig ist, ma­chen unsere Vorstandsmitglieder Nationalrat Peter Malama und Mari­anne Gloor in ihren Beiträgen deutlich. „Eine gute Grundausbildung und die Bereitschaft zur stetigen Weiterbildung erhöhen die Chance, einen Arbeitsplatz zu behalten oder (wieder) zu finden", so das Fazit von Peter Malama. Marianne Gloor weist auf die Forderungen der Gewerkschaften für das lebenslange Lernen hin. Es braucht die Be­reitschaft Aller, aber auch die entsprechend guten Rahmenbe­dingungen. Im Beitrag „Frauen und Weiterbildung" gibt Cathérine Merz einen Einblick in die konkrete Beratungstätigkeit zu diesem Thema.

Jahresbericht: Ab Seite 13 folgt der Jahresbericht der Kontakt­stelle. Er gibt Auf­schluss über die Beratungstätigkeit, die weiteren Dienst­leistungen, die Selbsthilfeprojekte und die Finanzen der Kon­takt­stelle. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Herzlichen Dank Herzlich danken möchte ich an dieser Stelle den drei Mitarbeitenden. Sie haben die Kontaktstelle für Arbeitslose zum dem gemacht, was sie heute ist: ein Kompetenzzentrum, das aus dem Angebot der Stadt Basel nicht mehr wegzudenken ist. Mein Dank geht aber auch an die Spenderinnen und Spender, seien das private Personen, staatliche Einrichtungen, Stiftungen oder Kirchgemeinden. Ohne ihre Beiträge wäre unsere Arbeit nicht möglich. Ein besonderer Dank gilt den Partnerorganisationen und verschiedenen Behörden für die gute Zusammenarbeit, sowie den Kolleginnen und Kollegen im Vorstand für ihren grossen Einsatz und ihre effiziente Arbeit.

Gastbeitrag: "Neue Horizonte für die Selbsthilfe"

Von Mardia Mmadi, Projekt koop (Übersetzung aus dem Französischen: Antoinette Vo­ellmy)

koop Bildung hat am 6. Februar 2009 das REZO!, das Netzwerk Bildung von Mul­house, besucht. Wir wurden empfangen von Tina, die das Netzwerk vor drei Jah­ren gegründet hat. Tina hat ihr Leben hundertprozentig in den Kampf gegen Ar­mut und sozialen Aus­schluss gestellt. Das Anliegen des Netz­werks ist es, Wissen, Fähigkeiten und Lebenserfahrung zu teilen und an einem dynamischen, partnerschaftlichen Projekt teilzunehmen, das Kontakt und Austausch in der Bevölkerung von Mulhouse fördert.

Seit seiner Gründung haben sich 200 Personen am „réseau" in Mul­house beteiligt.. Bedingung und „conditio sine qua non" für eine Teil­nahme sind gegenseitiger Respekt und Toleranz, unabhängig von Herkunft und Hautfarbe. Das Netzwerk Wissensaustausch richtet sich bewusst nicht nur an Arbeitslose und von Armut betroffene, son­dern ist offen für alle Interessierten unabhängig von ihrer persönli­chen Geschichte und sozialen Position.

Das Prinzip ist einfach: Man bietet Kenntnisse, eine Fähigkeit oder Fertigkeit an und bekommt Kenntnisse, Fähigkeiten zu­rück ohne dass bemessen wird, welche Fähigkeit mehr wert ist als die andere. Es gibt im „réseau" keine Wertung des Wissens. Auf dieser Basis, sagt Tina, lösen sich die Ängste, Minderwertigkeitsgefühle und Blockaden, unter denen Leute ohne formell anerkannte Fähig­keiten und Kenntnisse oft leiden. Die TeilnehmerInnen fühlen sich befreit und das hilft ihnen, besser zu formulieren, was sie denn eigentlich anzubieten haben und was sie lernen möchten. Das Netzwerk funktioniert ohne Leitung. Es ist mobil. Es gibt kein Büro, kein Budget. Die zehn AnimatorInnen arbeiten unentgeltlich. Sie sehen ihre Arbeit als zivilgesellschaftlichen Einsatz. Die Struktur besteht aus der Charta und der Philosophie, die ihr zugrunde liegt (siehe Kasten S. 7). Entscheidend ist der Gedanke der konkreten, praktischen Solidarität in der Unterstützung von Personen mit wenig Ressourcen und Personen, die von bestimmten Kenntnissen oder Ausbildungen ausgeschlossen sind, einer Solidarität, die für die TeilnehmerInnen zum Kern der sozialen Identität, die ihnen bisher fehlt, werden kann.

Die Aktivitäten und Treffen finden an verschiedensten privaten oder öffentlichen Orten statt. „On s'organise", man schaut, was möglich ist. Innerhalb des réseaus sind kleine Netzwerke entstanden. Sie arbeiten mit Vereinen, mit dem Bäcker des Quartiers, einem kleinen Café am Platz. Diese funktionieren als Drehscheiben und ermöglichen Begegnungen und Austausch. Die Themen, mit denen sich die Teilnehmer befassen, beruhen auf deren Interessen und Bedürfnissen. Die Gruppen wählen sie mit dem Ziel, ihren Horizont zu erweitern und bearbeiten sie nach freiem Ermessen. Wichtig sind wieder Respekt, gegenseitige Unterstützung und Gemeinschaftssinn. Das Weitertragen des Engagements macht seine Stärke aus. Immer nur auf Unterstützung angewiesen zu sein, zu bekommen, sagt Tina, ist für viele Leute bedrückend. Selber etwas weitergeben zu können, macht die Leute sicherer und selbstbewusster. Einer der Begründer der REZO!, Marc Héber-Suffrin, schreibt es so: „Unsere Utopie ist, dass durch dieses Netzwerk des Wissens Leute ihren Aus­schluss aus der Gesellschaft überwinden und ihre Würde wieder finden können, dass sie solidarische Beziehungen entwi­ckeln können, um ihre Stimme zu erheben und ihre Lebensbe­dingungen zu verbessern, indivi­duell wie auch kollektiv."

Das Netzwerk von Mulhouse arbeitet nicht nur im Bereich des Wissenstauschs, es geht immer auch um Lebensfreude. Der Slo­gan „formell, informell" um­schreibt die Idee, die Leute zu einem eigenen Projekt zu ermu­tigen. Was ist damit gemeint? Als informell wird bezeichnet, was in unserer Gesellschaft keinen Wert hat. Ohne Diplom oder sonst in­stitutionell aner­kannte Ausbildung ist es schwie­rig, Fähigkeiten an­erkannt zu bekommen, ja prakti­zieren zu können. Tina hat eine Umfrage durchgeführt bei Arbeit­gebern und Arbeitsuchenden, um die Erwartungen der Arbeitgeber und die Schwierigkeiten, denen Arbeitslose begegnen könnten, besser zu verstehen. Die Mehr­heit der Arbeitslosen war der Mei­nung, keine Arbeit zu finden, weil sie keinen anerkannten Ab­schluss hätten. Die Arbeitgeber aber sagten: Wichtig sei, dass ein Arbeitsuchender wisse, was er wolle und was er könne, und dass er ja nicht sage: „Es ist egal, ich bin bereit, alles zu machen." „Qu'il fasse son propre projet - er solle sein eigenes Projekt verfolgen."

Diese Idee des eigenen Projektes hat das Réseau sehr befruchtet. Es galt aber, dieses Konzept an die Bedürfnisse und die konkreten Lebenssituationen einzelner Personen anzupassen. Dazu war es nötig, Themen wie das Sich-schlecht-fühlen, als Ausbildungsmodulae zu formulieren, ebenso wie die Frage, „Was strahle ich aus?" „Wie stelle ich mich dar, auch ganz äusserlich?" Oder „Wie schreibe ich eine Bewerbung, ein curriculum vitae?" Ziel ist es, eine Übereinstim­mung zu finden in dem, was wir in einem Curriculum vitae oder einem Bewerbungsbrief schreiben, und der Art, wie wir uns fühlen und auftreten. Tina nennt das auch, eine Übereinstimmung finden zwischen „das bin ich" und „das kann ich und will ich". Um dahin zu kommen, ist eine Auseinandersetzung nötig, die jeder und jede auf seine oder ihre Art, für sich persönlich führen muss. Jeder muss die eigenen Fragen und eigenen Antworten finden. So geht es nicht einfach darum, den Leuten zu helfen, Arbeit zu finden, sondern darum, sie zu ermutigen, dieses „eigene Projekt" zu entwickeln. Die Infragestellung seiner selbst zu wagen und dabei wieder Vertrauen in sich selbst zu finden, um schliesslich sagen zu können: „Ich habe Lust, das zu machen, dort zu arbeiten und ich muss diese Schritte machen, damit das möglich wird".

Deborah, eine der Animatorinnen hat uns von E. erzählt: E. sei ge­kommen mit der Bitte um Hilfe bei ihren Bewerbungen. Als sie ihre Module beendet hatte, beschloss sie, schwanger zu werden. Das Feld ist offen. Es geht darum, die eigene Identität wieder zu finden.

Weiterbildung in der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenzahlen in der Schweiz steigen wieder. Als ich letztes Jahr mein Amt im Vorstand der Kontaktstelle antrat, begann sich die unerfreuliche Entwicklung als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise bereits am Horizont abzuzeichnen. Und zu Beginn des Jahres 2009 stehen wir vor der vollendeten Tatsache einer beginnenden Rezessi­on und entsprechenden pessimistischen Prognosen für die Arbeitsplatz­entwicklung in unserem Land.

Geht es der Wirtschaft schlecht, braucht sie weniger Leute. Wenn die Unternehmen überhaupt noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an­stellen, können sie unter vielen Bewerberinnen und Bewerbern aus­wählen. Es ist nachvollziehbar, dass sie sich in einem solchen Fall für die Besten und Bestausgebildeten entscheiden. Wer für sei­nen Lebensunterhalt arbeiten muss, kann aus dieser Situation nur einen Schluss ziehen: Eine gute Grundausbildung und die Bereit­schaft zur stetigen Weiter­bildung erhöhen die Chance, einen Arbeitsplatz zu behalten oder (wieder) zu finden.

Ich habe in den vergangenen Jahren einen beträchtlichen Teil meiner Arbeitszeit als Gewerbedirektor des Kantons Basel-Stadt auf die Pro­pagierung dieser Erkenntnis verwendet. Die vergleichsweise hohe Zahl an jungen Menschen ohne anerkannten Schul- oder Lehrab­schluss in unserer hoch zivilisierten Bildungsgesellschaft hat mich erschreckt. Sie sind unfehlbar die ersten Betroffenen, wenn die Beschäftigung knapp wird, und die finanziellen Folgelasten ihrer Arbeitslosigkeit für die gesamte Gesellschaft sind gravierend. Nie zuvor in der Geschichte unserer Gesellschaft hatten der oder die Einzelne, un­geachtet der sozialen Herkunft, so viele Möglichkeiten, sich eine solide Ausbildung anzueignen. Nie zuvor gab es so viele Wege der Weiterbildung für jeden und jede. Die Kehrseite der Me­daille ist, dass die eigene Aus- und Weiterbildung heute eine permanente Aufgabe jedes und jeder Einzelnen ist. Ist diese Bereitschaft vorhanden und wird danach gehandelt, dann ist auch die Wirt­schaft bereit, so genannt «schwächeren» Arbeit­nehmenden mit physischen, psy­chischen oder intellektuellen Ein­schränkungen die Chance der beruflichen Ein- und Wiedereinglie­derung zu bieten. Auch dafür will ich mich als Mitglied des Vorstands der Kontaktstelle einsetzen.

Basel, 31. Januar 2009, Peter Malama, Vorstandsmitglied

Zukunftsbildung - Bildungszukunft

In der Schweiz ist die Berufsbildung ein Stiefkind der Bildungsdebatte. Im internatio­nalen Vergleich zahlen die ArbeitgeberInnen unterdurchschnittlich an die Weiterbil­dungskosten der ArbeitnehmerInnen und sie stellen ihnen auch nur unterdurch­schnittlich bezahlte Arbeitszeit für die Weiterbildung zur Verfügung. Durch das sich ständig verändernde Berufsumfeld müssen Fähigkeiten und Qualifika­tionen kontinu­ierlich angepasst und optimiert werden. Neuorientierung bis zum kompletten Wech­sel des Tätigkeitsbereichs sind heute nicht selten erforderlich, doch fehlt es meist an geeigneten Angeboten und sehr oft fehlen die finanziellen Mittel. Um den laufend neuen Bildungsanforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft gerecht zu werden, kann der Konjunkturaufschwung nicht nur durch Rekrutierung hoch Qualifizierter aus dem Ausland bestehen und auch nicht über die exklusive Förderung einer schmalen Elite (Wer hat, dem wird gegeben!), sondern durch die Förderung aller. Die Forderungen der Gewerkschaften für das lebenslange Lernen sind u.a.:

Das Recht auf
-  Bildung für alle;
-  Standortbestimmung bei der Be­rufs- und Laufbahnberatung für alle;
-  fünf Tage bezahlter Weiterbildungsurlaub pro Jahr für alle;
-  Förderung des Systems „Validierung von Bildungsleistungen" (Kompetenz­pass);
-  Bildungszugang und -unterstützung für Frauen - gendergerechtes Con­trolling in den Betrieben.

Ein zweites Sorgenkind bleibt der Übergang von der Schule in die Berufsbildung. Es braucht mehr Lehrstellen, denn die Nachfrage übertrifft noch immer das Angebot. Bei der neuen zweijährigen Grundbildung mit Be­rufsattest zeigt sich in der Praxis, dass sie die Jugendlichen nicht viel weiterbringt. Die Unübersichtlichkeit im Bereich der Zwischenlösungen, der Brücken- und Ausbildungsangebote ist für Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte und BerufsberaterInnen ineffizient und demotivierend. Grosser Handlungsbedarf besteht hier bei der Ver­netzung. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Volksschule, den Bera­tungsstellen und den Betrieben ist dringend erforderlich. Lehrkräfte müssen viel stär­ker in den Prozess der Berufsbildung miteinbezogen werden, damit der bitteren Reali­tät von schulischen Misserfolgen bei leistungsschwachen Schülern durch gezieltes Fördern und Bereitstellen von Massnahmen in jeder Region ein Ende gesetzt werden kann.

Januar 2009, Mariann Gloor, Vorstandsmitglied

Frauen und Weiterbildung

Als langjährige Beraterin bei der Kontaktstelle für Arbeitslose bin ich tagtäglich mit unterschiedlichen Problemen und Nöten der Ratsu­chenden konfrontiert.

Unter den vielen Themen steht die Weiterbildungsfrage öfters im Zentrum meiner Beratungstätigkeit. Nebst den zahlreichen Auf­gaben, die wir Frauen immer wieder zu bewältigen haben, sei es als Mutter, Hausfrau, erwerbstätig oder erwerbslos, ist es nicht einfach, eine Weiterbildungsmöglichkeit zu finden, die sowohl dem Budget als auch dem Zeitmanagement entspricht.

Fremdsprachige Frauen besitzen zum Teil eine gut qualifizierte Aus­bildung, durften aber bis vor kurzem nicht auf ihrem Beruf arbeiten, da dieser von der Schweiz nicht anerkannt wurde. Heute gibt es die Möglichkeit, die Berufsausbildung offiziell anerkennen zu lassen, dies gilt allerdings nicht für alle Berufe. Die Anerkennung ist zudem immer mit hohen Kosten verbunden. Ein bestehendes Weiterbildungs­ange­bot erhält man, in der Regel gratis, beim RAV. Dies unter der Voraussetzung, dass die Person arbeitslos gemeldet ist und dass die gewählte Wei­terbildung oder das Kursangebot die Chancen massiv erhöht, eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Darüber hinaus gibt es viele inter­essante Bildungsangebote, die alle eines gemeinsam haben: Sie kosten meistens etwas und beinhalten unterschiedliche Bedingungen. Frauen, die ich im Zusammenhang mit Weiterbildungsfragen berate, sind einerseits gut ausgebildete Migrantinnen, deren Berufs­aus­bildungen hier nicht anerkannt sind und die hier als billige Arbeitskraft ihre Familien un­terhalten. Auch Schweizerinnen, deren Töchter und Söhne ausgezo­gen sind, suchen nach neuen Wegen, ihr Wissen zu erweitern, um wieder in den Berufsalltag einzu­steigen. Anderseits gibt es Frauen, die über keine Ausbildungen verfügen und die mehrheitlich in schlecht bezahlten Berufszweigen tätig waren und sind. Ebenfalls gehören die Familienfrauen dazu, die nach dem Mutter­schaftsurlaub eine Neuorientierung anstreben und Unter­stützung suchen. Die Frauen befinden sich sehr oft in schwierigen, prekären finanziellen Verhältnissen. Viele Frauen sind erwerbslos, IV-Bezügerinnen, oder sie werden von der Sozialhilfe unterstützt.

Im Zusammenhang mit den Weiterbildungsangeboten tauchen viele Fragen auf, wie zum Beispiel: Wo suche ich nach Weiterbildungs­­angeboten? Wie finanziere ich das? Wo gibt es Stiftungen? Wer schreibt mir das Gesuch? Wer unterstützt mich in meinem Vor­haben?

Genau bei diesen Fragen unterstützt und begleitet die Kontaktstelle für Arbeitslose die Ratsuchenden unkompliziert und mit dem nötigen Fachwissen. Der Weg ist das Ziel. Der ganze Prozess bis ein zutreffendes Ange­bot gefunden wird, das auch noch bezahlbar ist, oder bis eine Stiftung positiv antwortet, verlangt von den Frauen viel Geduld, Selbstvertrauen und Optimismus. Der Wunsch eine Weiter­bildung zu realisieren, geht nicht immer auf Anhieb in Erfüllung. Manchmal sind Umwege nötig und zwingend, damit das Ziel erreicht werden kann. Das Vorgehen und Sich-zurecht-finden im Weiter­bildungsmarkt so­wie das Erlernen, wie man ein Gesuch formuliert, kann an sich schon eine Art Weiterbildung beinhalten.

Cathérine Merz, Beraterin Kontaktstelle für Arbeitslose

Jahresbericht 2008

Einleitung

Als wir vor einem Jahr an dieser Stelle schrieben „die Sturmfront vom Westen droht auf uns zuzukommen", führte dies zu kontroversen Re­aktionen. Anfang 2008 prägte die gute Konjunkturlage mit ihren posi­tiven Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation das Bewusst­sein. Insbesondere jüngere, fite und flexible Menschen konnten er­neut in der Arbeitswelt Fuss fassen. Ende 2008 hat sich die Stim­mung sehr stark gewandelt. Die weltweite Finanzkrise droht sich zu einer Wirtschaftskrise auszuweiten. Mit der Angst vor dem Wertver­lust des Geldes wird auch die Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes steigen.

Die Kontaktstelle für Arbeitslose hatte und hat, ihrem Auftrag entsprechend, Einblick in die Probleme jener Personen, die nicht zu den 57 Pro­zent gehören, die sich gemäss der „Sorgen­baro­meter"-Erhebung vom September 2008 keine Sorgen um die Stabilität ihrer persönli­chen Situation machen. Unsere Ratsuchenden gehören viel mehr zu jenen 8 Prozent der Bevölkerung, die ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bis sehr schlecht einschätzen - und die gewillt sind, dagegen anzukämpfen. Ein Grossteil der Ratsuchenden kontaktiert uns, weil sie eine Verbesserung anstreben. Gesundheit und Ausbil­dung sind dabei zentrale Themen.

Manchmal führt der Kampf für eine bessere Zukunft auch zu Konflik­ten. Wenn die Sicht der Betroffenen zu sehr von jener der Amtstellen abweicht, hat sich der Beizug der Kontaktstelle für Arbeitslose als Mittlerin schon oft bewährt. Erfahrungen im Schlichten von Konflikten hat unser Team aus der Mobbingberatung und das Vermitteln von Orientierungswissen zum hiesigen Sozialsystem gehört zum tägli­chen Brot in der Einzelberatung. Neben der Beratungsstelle ist die Projektarbeit seit je das zweite Standbein der Kontaktstelle für Arbeitslose. In den Projekten werden Lösungsansätze für jene Problemlagen umgesetzt, welche wir in der Einzelberatung wahrnehmen und die uns geeignet erscheinen, in gemeinsamer Selbsthilfe angegangen zu werden.

Bevor wir im Jahresbericht zu den Beratungsthemen im 2008 und der Arbeit in den Projekten übergehen, möchten wir den Blick öffnen und für Sie die Lage auf dem Arbeitsmarkt aufgrund von kantonalen und nationalen Erhebungen zusammenfassen.

Auf eine Prognose zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, wollen wir dieses Jahr verzichten, denn an Prognosen herrscht zur Zeit kein Mangel. Und gewiss scheint einzig, dass es wichtig sein wird, mit Un­gewissheit umgehen zu können. Ungewissheit kann leicht zu Ab­schottung und Ausgrenzung führen, gerade auch unter den Verlierer/innen des Kampfs um Existenzsicherung. Dazu wollen wir mit unserer Arbeit Gegensteuer geben, denn unsere Projekte und unsere Beratung sind auf das Zusammenspiel von solidarischem und eigenverantwortlichem Handeln ausgerichtet.

Das Team der Kontaktstelle: Cathérine Merz, Hans-Georg Heimann, Claudia Studer

Arbeitslosigkeit in Zahlen

Bis Mitte 2008 sanken die Arbeitslosenzahlen in der ganzen Schweiz. Ab Juli und deutlich ab Oktober nahm die Arbeitslosigkeit jedoch wieder zu, so dass Ende Dezember in Basel-Stadt 3'335 Personen arbeits­los bzw. 4'874 stellensuchend gemeldet waren. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 3,4%. Im Dezember 2007 waren 2'973 Arbeitslose registriert. Basel­land verzeichnete Ende 2008 2'537 Arbeitslose und 4'685 Stellensuchende, was eine Arbeitslosenquote von 2,5% ergibt. Für die gesamte Schweiz lag die Arbeitslosenquote bei 3,0%. Von den Altersgruppen her sind immer noch die jungen Erwachsenen mit 3,5% am stärksten betroffen.

Nichtarbeitslose Stellensuchende in der Schweiz:

Insgesamt 52'517 Perso­nen sind als nicht­arbeitslose Stel­len­suchende erfasst. 53% arbei­ten im Zwi­schen­ver­dienst, sie sind also teil­weise arbeitslos und teilweise im ersten Arbeits­markt tätig. 39% besuchen eine Umschulung oder Weiterbildung, 16 % sind in einem Programm zur vorübergehenden Beschäftigung. Die restlichen 27% sind Personen während der Kündigungsfrist, Krankheit, Militär, oder in noch ingekündigtem Arbeitsverhältnis. Quelle: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt, seco, Dez.2008

Langzeitarbeitslose:

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS rechnet mit einer verzögerten Wirkung der Finanzkrise auf die Fallzahlen in der Sozialhilfe und empfiehlt Gemeinden und Kantonen deshalb, bereits im kommenden Jahr den personellen Ausbau der Sozialdienste vorzubereiten und die Kapazitäten in Beschäftigungsprogrammen auszubauen.

Beratungsbericht

Die Angebote der Kontaktstelle sind für alle zugänglich, unabhängig davon, ob jemand bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet ist oder nicht. Die Stelle bietet Information, Beratung, Begleitung und An­schluss an Selbsthilfeprojekte - von der kurzen telefonischen Anfrage bis zu einem Kontakt über mehrere Jahre.

Im diesjährigen Beratungsbericht konzentrieren wir uns auf das The­ma Weiterbildung und Arbeitslosigkeit. Wir stellen unterschiedliche Problemlagen und Lösungsansätze aus unseren verschiedenen Beratungsbereichen vor.

Einzelberatung

Formelle Bildung: Die Ratsuchenden klären mit Hilfe der Kontaktstelle für Arbesitslose ab, ob im Rahmen der Arbeitslosenversicherung, der Invalidenversicherung oder der Sozialhilfe ein für sie sinnvolles Angebot besteht. Wo sich auf diese Weise keine Lösung finden lässt, unterstützen wir die Ratsuchenden auf der Suche nach anderen Möglichkeiten. Der Handlungsspielraum der Arbeitslosenversicherung, Bildungsmassnahmen zu finanzieren, ist vom Gesetzgeber stark eingeschränkt: Im Hinblick auf das oberste Ziel „möglichst rasche Reintegration in den Arbeitsmarkt" darf die Arbeitslosigkeit nur die Vermittlungsfähigkeit steigern, aber nicht die berufliche Position verbessern.

Insbesondere Frauen, welche sich nach einer Familienpause neu orientieren wollen und Migranten/-innen, die in der Migration länger in Berufen arbeiten, welche sie körperlich über- und intellektuell unterfordern, sind häufig sehr motiviert, sich weiterzubilden. In der Beratung unterstützen wir sie im Auffinden von Finanzierungs­möglichkeiten und im Stellen von Anträgen.

Informelle Bildung: Oft haben Ratsuchende in einem ganz spezi­fischen Bereich Wissenslücken oder mangelnde Fähigkeiten. Ein ty­pisches Beispiel sind Migrant/-nnen, welche eine selbständige Erwerbstätigkeit angefangen haben. Sie verfügen über praktisches Know-how im Beruf, haben sich bereits einen einigermassen existenz­sichernden Kundenkreis aufbauen können, haben aber we­nig Ahnung, welche administrativen Pflichten zu einer Selbstän­digkeit gehören. Für die formellen Bildungsangebote fehlt ihnen der Zugang (sprachlich, finanziell, zeitlich). In der Beratungsarbeit der Kon­takt­stelle vermitteln wir den Ratsuchenden das nötige Orientierungs­wissen und unterstützen sie in der Umsetzung der an­stehenden administrativen Aufgaben. In diesem Fall wird der Bera­tungsprozess als Bildungsarbeit gestaltet.

Beratungsarbeit in Zahlen

Total Beratungskontakte:
-  2008: 4407 (tel. und persönlich)
-  2007: 4009
-  2006: 4437

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Thema200620072008
Kurzinformation rund um ALV, von der Anmeldung bis zur Aussteuerung12559021003
Spezifische Probleme: Frauen, Migration, Gesundheit723522455
Beratung Langzeitarbeitslosigkeit, Armut8779711304
Rechtsberatung Arbeitsrecht, AHV,IV,UVG,BVG612441456
Beratung Konfliktsituationen461385262
Beratung Perspektiven gestalten (Arbeitssuche, Weiterbildung, Selbst.Erwerb)509788802
Total443740094282

Weitere Dienstleistungen

Selbsthilfeprojekte

Auch in den Selbsthilfeprojekten, welche durch unsere Stelle initiiert oder begleitet wurden, war 2008 Weiterbildung ein wichtiges Thema. Weil für eine formelle Weiterbildung meist keine Möglichkeit besteht, steigt die Bedeutung von Angeboten nicht-formeller Bildung.

Projekt koop: Im Projekt koop gründen Langzeitstellensuchende ge­meinsame Selbsthilfeprojekte. Die Laufzeit beträgt drei Jahre, von Sommer 2007 bis Sommer 2010. 2008 waren die meisten Arbeits­gruppen von der Ideenfindungs- zur Umsetzungsphase gelangt. Der Austausch von Wissen und das Vermitteln von Fähigkeiten wurde ein zentrales Thema. Es wurde die Projektgruppe Bildung gegründet. Diese hat mit einer Umfrage unter den koop-NutzerInnen deren Bil­dungsbedürfnisse ermittelt. Daraufhin wurden ein Abend zum neuen Steuergesetz und der Harmonisierung der Sozialleistungen, ein Kurs zur neuen Rechtschreibung und ein Videokurs entwickelt und angeboten. Die Auswertung zeigte, dass jene Angebote funktio­nierten, in denen Wissen sich in kurzer Zeit vermitteln lässt. Dagegen gab es beim auf langfristiges Lernen angelegten Kurs Pro­bleme mit der Verbindlichkeit und unterschiedlichen Erwartungen. Die Projekt­gruppe Bildung hat darauf­hin mit anderen Anbietern von selbst­organiserten Bildungs­projekten Kontakt aufgenommen. Das fran­zösische Modell der Netzwerke für gegenseitigen Wissensaus­tausch (siehe Gastbeitrag) be­ein­druckte sie besonders, weil sich mit diesem Modell die unter­schiedlichsten Lernprozesse organisieren lassen.

Planet 13: Seit anderthalb Jahren organisieren von Armut und Arbeitslosigkeit Betroffene das Gratis-Internet-Café Planet 13. Neben diesem Kernangebot hat die Betriebsgruppe verschiedene Bildungs­angebote entwickelt. Neben dem Vermitteln von Computer- und Inter­net­wissen sticht das Projekt „Universität von unten" hervor. Jeden Montagabend führen Fachleute ein Seminar durch. Die Themen der Seminare behandeln meist aktuelle Fragen aus Gesellschaft und Politik. Es sind aber auch zeitlose Themen aus Philosophie oder Literatur vertreten. Die Fachleute der „Universität von unten" können sich alle durch eine fundierte Praxis als Fachleute ausweisen, jedoch nicht in jedem Fall durch eine formelle Qualifikation. Die „Universität von unten" versteht sich nämlich in ihrer Grundsatzerklärung explizit als Teil einer Gegenbewegung zur vorherrschenden Tendenz, die den Zugang zu verantwortungsvollen Positionen immer mehr zum exklusiven Privileg von Bildungseliten macht. Mehr zum Projekt finden Sie auf www.planet13.ch.

Übersicht Selbsthilfeprojekte und Vernetzungen

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Fachhoch-schule NordwestschweizGestalten je einer Lehrveranstaltung in den Modulen „Gemeinwesenansätze / Projektarbeit" und „Gemeinswesenansätze und Sozialraumorientierung" im Rahmen des Grundstudiums der Sozialen Arbeit.
Frauenhandbuchwww.frauenhandbuch.ch Über 150 Portraits von Angeboten für oder von Frauen in beiden Basel. Die Kontaktstelle ist Projektträgerin und aktualisiert die Daten regelmässig.
Geschenk-Tausch-Aktionwww.geschenktauschaktion-bs.ch Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit geben Kinder zwei Spielzeuge ab. Wer mitmacht, kann aus der Sammlung in der Offenen Kirche ein neues Spielzeug auswäh­len. Weil es einen Überschuss an Spielsachen gibt, werden an Kinder aus bedürftigen Familien zusätzliche Bons abgegeben. 2008 haben sich 200 Kinder zwischen 3 und 10 Jahren an der Aktion beteiligt. Spielsachen, die übrig bleiben, werden über Soziale Institutionen an Kinder aus bedürftigen Familien abgegeben. Das Arbeitslosen­komitee organisiert die Aktion seit elf Jahren gemeinsam mit weiteren Organisationen.
GesundheitstageEine Wanderung in der Region Ba­sel und ein Thema, das durch den Tag begleitet. Seit 2006 führt die Kontaktstelle für Arbeitslose Gesund­heitstage durch. Letzes Jahr gab es vier Wandertage - und eine Weiter­entwicklung des Konzep­ts. Falls es mit der Finanzierung klappt, können wir im kommenden Jahr unter dem Namen Blickwechsel neue Angebote zur Gesundheits­förderung für Arbeitslose anbieten.
GWA Netz BaselTeilnahme an den Treffen zum beruflichen Austausch der Gemeinwesenarbeitenden der Region Basel.
Pfarramt für Industrie und WirtschaftTeilnahme am Ethiktag der Berufsmaturanden (BMS-Tag) organisiert vom Pfarramt für Industrie und Wirtschaft beider Basel.
Planet 13www.planet.13 Aus der Hilfe zur Selbsthilfe wurde ein unabhängiges und sehr erfolgreiches Selbsthilfe­projekt. Die Kontaktstelle für Arbeitslose ist mit einer Person im Vorstand vertreten.
Projekt koopDas Projekt koop entstand aus einem Projekt­praktikum von vier Studierenden der Fachhochschule für Soziale Arbeit. Nach dem erfolgreichen Anschub übernahm die Merian-Stiftung die Fi­nanzierung und die Kontaktstelle für Arbeitslose die Trägerschaft und Ko­ordination. Im 2008 konnten etwa 70 Interessierte ange­sprochen werden. 16 Personen arbeiten kontinuierlich in einer Pro­jektgruppe mit.
Runder Tisch der Sozialhilfe Stadt BaselDer Einsitz von zwei Personen in den Runden-Tisch-Gesprächen ermöglicht es, häufige Problemlagen, unabhängig vom Einzelfall, aus verschiedenen Sichtweisen zu erörtern und Lösungen zu finden.
Stadthelferwww.stadthelfer.ch bildet Sozialhilfe­bezügerInnen für die Freiwilligen­arbeit aus und vermittelt ihnen Frei­willigeneinsätze. Das Projekt wird von der Sozialhilfe der Stadt Basel getragen. Die Kontaktstelle für Arbeitslose hat im 2008 die Stadt­helfer darin unterstützt, die Selbsthil­fe weiterzuentwickeln. Ein Verein wurde gegründet und der Betrieb eines Stadthelferzentrums organisiert.
Soziale ÖkonomieDie Genossenschaft „Netz Soziale Ökonomie" wurde vor elf Jahren von Organisationen und Betrieben aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Selbstverwaltung, darunter das Arbeitslosenkomitee, gegründet. Sie gibt seit 2005 die Alternativwäh­rung BonNetzBon heraus und ver­gibt Förderkredit an kollektive Selbsthilfeprojekte. Viele aus der Arbeitslosenselbsthilfe entstandenen Unternehmungen beteiligen sich am BonNetzBon.
Tripartite Kommission für die ArbeitslosenversicherungDie Tripartite Kommission leistet Ge­währ, dass die Beschäfti­gungsprogramme der Arbeitslosen­versicherung nicht das Gewerbe konkurrenzieren. Sie überprüft die Jahresrechnung für die arbeits­marktlichen Massnahmen des Kan­tons und entscheidet, wenn das Amt bei einer arbeitslosen Person einen Lohn von weniger als 70% des ver­sicherten Lohn als zumutbar verfügen will. Die Kontaktstelle hat Einsitz in der Kommission.
V.E.T.ODie „Vereinigung der Erwerbs­loseninitiativen der Triregio Ober­rhein" ist ein Netzwerk von Basisini­tiativen aus dem Dreiland. An den vierteljährlichen Treffen werden Pro­jekte vorgestellt und aktuelle Pro­blemlagen erörtert. Die Basler Treffen finden bei der Kontaktstelle für Arbeitslose statt.
V.A.+B.Im „Verein Arbeit und Bildung" sind die kantonalen Anbieter von arbeits­marktlichen Massnahmen organi­siert. Die Kontaktstelle ist als Beisitzerin an die öffentlichen Teile der Vereinsversamm­lungen einge­laden.

Jahresrechnung 2008

Bilanz per 31.12.08

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Aktiven
Kasse6.75
PC64'975.52
Debitoren25'980.30
Total90'962.57

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Passiven
Kreditoren10'973.65
Transitorische Passiven24'500.00
Rückstellungen45'000.00
Total80'473.65

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Eigenkapital
Kapital per 1.1.088'294.92
Überschuss 082'194.00
Kapital per 31.12.0810'488.92
Total90'962.57

-  Revision Die Rechnung wurde geprüft und zur Annahme empfohlen durch Kandid Ganter, eidg. dipl. Buchhalter / Controller, Arlesheim.

Betriebsrechnung 2008

-  Ertrag

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Honorare3'027.00
Subvention18'000.00
Krisenfonds36'000.00
Bürgergemeinde/CMS25'000.00
GGG40'000.00
Stiftungen23'000.00
Kirchgemeinden25'932.00
Gemeinden/Verbände/Firmen1'000.00
Diverse Spenden2'266.95
Projektertrag72'376.20
Total246'602.15

-  Aufwand

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Löhne/Sozialkosten126'347.55
Miete inkl. Nebenkosten20'243.70
Telefon/Porti1'668.10
Büroaufwand12'762.25
Oeffentlichkeitsarbeit2'753.25
Weiterbildung4'500.00
Einrichtung/Reparatur1'334.35
Aufwand Projektarbeit*74'798.95
Total244'408.15
Überschuss2'194.00

* Projektaufwand betrifft Projekt koop, Begleitung von Sozialhilfebezügern, Gesundheitstage, Frauenhandbuch. Darin sind Lohnkosten der Kontaktstelle in der Höhe von Fr. 15'000.- enthalten sowie Honorare an externe Fachpersonen in der Höhe von Fr. 18'990.-.

Verdankungen

-  Arbeitslosenfonds (Krisenfonds) Kanton Basel-Stadt
-  Benediktinerkloster Mariastein
-  Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Aesch-Pfeffingen
-  Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Allschwil-Schönenbuch
-  Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Frenkendorf-Füllinsdorf
-  Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Liestal-Seltisberg
-  Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Muttenz
-  Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Reigoldswil-Titterten
-  Evangelisch-Reformierte Kirche des Kantons Baselland
-  Genossenschaft Migros Basel
-  Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige GGG
-  Kommission der Arbeitshütte
-  Jacqueline Spengler-Stiftung
-  Louise Aubry-Kappeler-Stiftung
-  Merian-Stiftung Basel CMS
-  Pfarramt für Wirtschaft und Industrie beider Basel
-  proitera Gmbh
-  Römisch-Katholische Landeskirche Baselland
-  Scheidegger Thommen-Stiftung
-  Stiftung ALU (Arbeitslosenvers. der Basler chemischen Betriebe)
-  Stiftung für Hilfeleistungen an Arbeitnehmer
-  Subvention Wirtschafts- und Sozialdepartement WSD Basel-Stadt

Auch allen Einzelpersonen, welche uns im letzten Jahr grosszügig unterstützt haben, sei hier herzlichst gedankt.

Seit 1999 ist die Kontaktstelle C-Organisation der GGG

Die Kontaktstelle auf einen Blick

Vereinsvorstand

-  Martin Stingelin, Präsident, Pfarrer, Pfarramt für Industrie und Wirtschaft beider Basel
-  Antoinette Voellmy, Vize-Präsidentin und GGG-Delegierte, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
-  Marcus Cottiati, Anwalt
-  Mariann Gloor, Typografin, Gewerkschaftsbund Basel
-  Anne-Lise Hilty, Kommunikationsfachfrau
-  Peter Malama, Direktor Gewerbeverband, National- und Grossrat Basel-Stadt

Geschäftsstelle

-  Hans-Georg Heimann, Gemeinwesenarbeiter (Beratung und Geschäftsleitung)
-  Cathérine Merz, Sozialpädagogin (Beratung)
-  Claudia Studer, kfm. Angestellte (Sekretariat)

-  Revision: Kandid Ganter (eidg. dipl. Buchhalter / Controller)

Beirat
-  Christoph Bossart (Stellenleiter Caritas beider Basel)
-  Felix Eymann (Bürgergemeinderat Stadt Basel, Arzt)
-  Andrea Frost-Hirschi (Juristin, Thun)
-  Remo Gysin, (Nationalökonom und Berater, Basel)
-  Beatrice Ingling (Ombudsfrau, Dozentin fhnw, Basel)
-  Lukas Kundert (Präsident Kirchenrat ERK Basel-Stadt)
-  Ueli Maeder (Professor für Soziologie, Universität Basel)
-  Udo Rauchfleisch (Professor für klinische Psychologie, Basel)
-  Markus Ritter (Biologe, Unternehmer, Basel)
-  Hans Schäppi (Historiker, Präsident Solifonds, Basel)

Rechtsform

-  Die Kontaktstelle für Arbeitslose ist ein Verein.

Tätigkeit

-  Rasch zugängliche Beratung zu allen Fragen rund um die Erwerbslosigkeit.
-  Begleitung und Unterstützung im Umgang mit Behörden.
-  Vermittlung an andere Sozial- und Beratungsstellen.
-  Animieren und begleiten von Selbsthilfeprojekten von und für Erwerbslose.
-  Ratgeber zur Arbeitslosenversicherung im Internet: www.viavia.ch/kontaktstelle

Spenden

Spenden an die Kontaktstelle für Arbeitslose sind in den Kantonen Basel-Stadt, Baselland, Solothurn und Aargau gemäss den kantona­len Richtlinien von den Steuern abziehbar.

Postcheck-Konto: 40 - 27730 - 7

 

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