|
|
|
|
|
IGA-Perspektiven
Es geht voran mit der IGA: Die Mitgliederzahlen steigen. Aber die Aufgaben unserer Gewerkschaft nehmen an Zahl und Intensität ebenfalls zu: Das Thema „Mobbing“ bewegt viele Menschen, die sich an die IGA wenden. Dabei verfolgt die IGA weitere soziale Projekte. Was die Zukunft bringen soll, war an der GV der IGA vom 1. April zu erfahren.
Trotz wettermässig widriger Umstände gut besucht fand am 1. April (kein Scherz!) die diesjährige Generalversamm-lung der Interprofes-sionellen Gewerkschaft der Arbeiter-Innen (IGA) im Davidseck statt. Zum Einstieg der IGA-GV vom 1. April trat der Geschichtenerzähler Hanspeter Thum als interkulturstiftender Gast auf: Mit der chinesischen Geschichte „Die gebratene Ameise“ erklärte Hanspeter, warum es manchmal nicht gut ist, immer der Beste sein zu wollen. Wir tun es natürlich trotzdem. Claudia Studer führte als Tagespräsidentin durch das gedrängte Programm. Erfreulich fiel der Jahresbericht von IGA-Präsident Hans-Georg Heimann aus: Immerhin um neun neue Mitglieder ist die IGA im vergangenen Jahr gewachsen. Damit veränderte sich auch die Struktur der Mitgliedschaft: Die IGA-Mitglieder sind in immer mehr verschiedenen Branchen tätig, vor allem die Sozial- und Büroberufe sind neuerdings stark in der IGA vertreten. Nicht besonders erfreulich ist hingegen, dass trotz Mitgliederzuwachs weniger Mitgliederbeiträge einbezahlt wurden. Das hat dazu geführt, dass die IGA im Geschäftsjahr 2002 einen Verlust von 4330 Franken erlitten hat, der glücklicherweise durch den Gewinnvortrag des Jahres 2001 gerade noch aufgefangen werden konnte. Mit grossem Applaus wurde die langjährige Beratungsarbeit von Nihal Karamanoglu honoriert. Ihr Nachfolger heisst Alpay Berber. Nicht unerwähnt bleiben durfte natürlich die traurige Abstimmungsniederlage vom 24. November über die Arbeitslosenversicherung. Das neue, deutlich verschlechterte Gesetz tritt am 1. Juli 2003 in Kraft und wird dem Büro an der Greifengasse 7 wohl viel Arbeit bringen. Präsident Heimann berichtete auch noch vom Projekt Virutscham („Wurzeln fassen“), das von Claudia Studer und Vive Chellathuray betreut wird und sich speziell an tamilische ImmigrantInnen richtet. Ein weiterer Schwerpunkt der IGA-Arbeit war das Thema Mobbing („psychologische Belästigung am Arbeitsplatz“): Wöchentlich erhält die IGA mehrere Anrufe von Menschen, die psychisch unter Druck gestzt werden. Hier leistet die IGA Informations- und Beratungsarbeit. Dafür können auch Erfolge vermeldet werden: Zumindest in einem Fall konnte die IGA eine Entschädigung für eine mit Mobbing-Methoden aus dem Betrieb geekelte Person durchsetzen. Politisches Ziel der IGA ist es, dass beim kantonalen Arbeitsinspektorat eine Stelle für Mobbing-Betroffene eingerichtet wird. Auch für die in der Region Basel lebenden Sans-papiers setzt sich die IGA ein, von denen es in der Schweiz schätzungsweise rund 100’000 gibt. Gemeinsam mit anderen Organisationen hat die IGA eine Anlaufstelle für Sans-papiers gegründet. Auf der Wunschliste der IGA für das laufende Jahr steht ganz oben das Ziel, mittelfristig auf 500 Mitglieder anzuwachsen, denn nur so kann die IGA auch finanziell selbsttragend werden. Das ist besonders wichtig, weil die IGA sich als politische und politisch handelnde Gewerkschaft versteht. Hier und huete ist das grosse Thema die immer mehr um sich greifende Prekarität (Unsicherheit) der Arbeitsverhältnisse, die branchen-übergeifend angegangen werden muss. Um auch nur einen Teil dieser hoch gesteckten Ziele erreichen zu können, lanciert die IGA eine Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“. Wir alle hoffen, dass wir am 1. Mai einen ersten erfolgreichen Aktionstag erleben dürfen! Natürlich kamen noch viele andere Dinge zur Sprache, doch irgendwann warteten alle nur noch darauf, die feine Suppe aus der Küche von Anni Lanz zu kosten und der letzten Geschichte von Hanspeter Thum zu lauschen. Eine wirklich gelungene GV, die mit kräftigem Applaus zu Ende ging - und einem grossem Dank an alle, die (nicht nur an diesem Abend) mitgeholfen haben! Manfred Reist Anni Lanz (rechts) macht ein Jahr Pause im IGA-Vorstand, dafür wurde Johan Göttl (links) gewählt.
|