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Je tiefer die Arbeitslosenzahlen, desto mehr Fürsorge-Dossiers...

Untersuchungen zeigen: Wer arm ist, stirbt früher!
Und auch die Kinder arbeitsloser, bzw. armer Eltern sind tendenziell gesundheitlich stärker beeinträchtigt [1]

Der Kanton Basellandschaft hat 1999 als erster Kanton eine Sozialhilfestatistik ge-führt. Dadurch wird erstmals ersichtlich, wie viele Menschen aus welchen Gründen auf staatliche Sozialhilfe angewiesen sind:

Sozialhilfe Basellandschaft: [2]
2'457 Fälle hatten die Fürsorgeämter der Baselbieter Gemeinden 1999 zu betreuen. Diese Dossiers betrafen insgesamt 4434 Personen, das sind 1.6 % der Wohnbevöl-kerung. Am grössten ist das Armutsrisiko bei allein erziehenden Frauen, Minderjährigen und Ausländer/innen. Im Durchschnitt blieben die Betroffenen 2.5 Jahre auf die staatliche Unterstützung angewiesen.

-  57 % (2527 Personen) wurden wegen Arbeitslosigkeit fürsorgeabhängig
-  9 % (400 Personen) sind fürsorgeabhängig, obwohl sie eine 100%-Stelle haben! Sie sind „Working Poor", also von Arbeitsarmut Betroffene.
-  9 % (400 Personen) sind fürsorgeabhängig, weil sie mit dem Lohn einer Teilzeit-stelle ihre Lebenshaltungskosten nicht decken können.

-  39 % der Betroffenen sind höchstens 18 Jahre alt.

Sozialhilfe Basel-Stadt:
Im Kanton Basel-Stadt kann nicht auf eine Statistik zurückgegriffen werden [3]. Gemäss der Medienmitteilung des Fürsorgeamtes vom 3.5.2000 mussten im 1999 über 10'000 Menschen finanziell unterstützt werden. Die Zahl der Dossiers erhöhte sich 1999 um 432 auf 6'931. Auch im BS ist mit 40% Arbeitslosigkeit der häufigste Grund für eine Unterstützung. In 20% der Fälle reicht der Lohn nicht, um die Existenz zu sichern. Auf mündliche Anfrage hin erklärte Herr Trechslin, der Leiter der Abteilung Sozialhilfe im Januar 2001, dass die Zahlen im Jahr 2000 nicht mehr weiter zugenommen haben. Unter den Betroffenen seien etwa 2-3'000 Kinder, sowie etwa 2000 erwerbsfähige Jugendliche und Erwachsene.

In Basel-Stadt und Basel-Land reicht in ca. 900 Haushalten der Lohn trotz 100%-Stelle nicht zum Leben!

14-15'000 Personen leben auf dem fürsorgerischen Existenzminimum.

[1] Huber Ellis, „Armut und Gesundheit" Kongressbeitrag, Berlin, 1997, zitiert in: Conen G., „Verschie-bungen im sozialen System - die Reformgesetze und ihre Auswirkungen auf Frauen, Kinder und Männer", Diakonie Dokumentation 2/99.

[2] Basler Zeitung, „4434 Baselbieter auf die Fürsorge angewiesen", 16./17.12.00

[3] Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat den Auftrag, eine einheitliche schweizerische Sozialhilfestatistik aufzubauen. Diese Statistik soll kantonsweise bis zum Jahr 2002 in der ganzen Schweiz eingeführt werden. Weitere Informationen: Katja Molnar, BFS, Sektion Soziale Sicherheit, Espace de l'Europe 10, 2010 Neuchâtel, www.statistik.admin.ch/stat_ch/ber13/sozialhilfestatistik/dtsr13.htm

 

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