Nichterwerbspersonen sind vor allem Hausfrauen und -männer sowie Rentner/innen. Vor allem unter den Rentner/innen hat es in den letzten Jahren viele Veränderungen gegeben. Genaue Zahlen sind uns nicht bekannt, doch kam es auch in der Region Basel zu unzähligen unfreiwilligen Frühpensionierungen. Jedenfalls stellt die Studie „Wirtschaftsentwicklung 1999/2000 in der Nordwestschweiz" fest, dass in Grossbetrieben kaum noch über 60-Jährige anzutreffen sind [1]. Neben dem sozialen Schock, plötzlich nicht mehr zu den Erwerbstätigen gehören zu dürfen, dürfte ein Grossteil der Betroffenen mit finanziellen Einschränkungen konfrontiert sein.
Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der IV-Bezüger/innen. In Basel-Stadt ist die Anzahl der Bezüger/innen einer ordentlichen, einfachen eidgenössichen IV-Rente von 5'159 im Jahr 1991 auf 7'576 Fälle im Jahr 2000 gestiegen. Der grösste Anstieg (von 673 auf 1'575 Fälle) war bei den ausländischen Männern zu verzeichnen. Diese Entwicklung spiegelt die harten körperlichen Arbeitsbedingungen vieler ausländischer Arbeitnehmer. Gemäss unserer Wahrnehmung, führt gefährliche oder gesundheitsschädigende Arbeit bei vielen Ausländern zu einer Invalidisierung. Die Männer, deren einziges Marktkapital bisher ihre Körperkraft war, stürzen durch die Invalidität nicht nur in eine finanzielle sondern sehr oft auch in eine persönliche, soziale Krise.
| Fazit der Bestandesaufnahme
1.8% Arbeitslose in der Statistik, aber mindestens 10% der Bevölkerung, die in pre-kären Verhältnissen leben - wir meinen, dass die soziale Frage auch heute in der Region Basel mit Priorität angegangen werden muss! Auch wenn unsere Bestandes-aufnahme keinen Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit erhebt, zeigt sie doch, dass materielle Unsicherheit das Leben vieler Einwohner/innen bestimmt. Besonders alarmierend finden wir die grosse Zahl von betroffenen Familien. Wie wir in unserem Beratungsalltag beobachten können, hat die wirtschaftliche Not der Eltern sehr oft direkten Einfluss auf die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Kinder. Eine wissenschaftliche Bestätigung dieser Beobachtung wird vielleicht die Nationalfondsstudie geben, die zur Zeit eine gesamtschweizerische Befragung von 1000 „Vergessenen der sozialen Sicherung" unternimmt [2]. Zum Abschluss unserer Bestandesaufnahme wollen wir dem Zusammenhang von Stress, Gesundheit und Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit nachgehen. Einem Thema, das gemäss unserer Beobachtung in der Beratung immer dringlicher wird: |