| "Und es ist hier die Tendenz, wenn man hier einfach zu intensiv mitarbeitet, wenn man hier ganz intensiv etwas erreichen will im Arbeitslosenkomitee, dann hat man keine Zeit mehr für sich selber. Denn es hat hier drin doch ziemlich viel Arbeit, wenn man es richtig machen will: ein Fulltime-Job ohne Geld. Und man denkt: Halbbatziges Zeug, das hasse ich sowieso. Dann muss man sich halt eine Arbeitsteilung machen. Drei Tage in der Woche arbeite ich hier voll mit und zwei Tage muss ich für mich arbeiten. Dann soll mich aber auch niemand vom Arbeitslosen-komitee anrufen. ... Man muss sich um sich selber auch kümmern." [1] |
| Management heisst, den Überblick behalten: zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Arbeiten machen oder veranlassen, die verschiedenen Arbeiten gut aufeinander abstimmen, kontrollieren ob das Budget und die Projektziele eingehalten werden, auf Veränderungen reagieren, das Projektteam bei Laune halten, Konflikte schlichten, etc. Viele Menschen haben Managementerfahrung, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Ein typisches Beispiel ist die Hausfrau mit Kindern: um ihre verschiedenen Aufgaben im Griff zu haben, muss sie planen, organisieren und improvisieren können, sie muss belastbar sein, braucht je nach Situation mehr Einfühlungs- oder Durchsetzungsvermögen, sie muss ein Budget einhalten usw. Eine Hausfrau arbeitet normalerweise ohne Pflichtenheft und Dienstplan. Wenn ein Mann und eine Frau Familienarbeit und Erwerbsarbeit teilen, vergrössern sie einerseits ihre persönlichen Möglichkeiten, andererseits braucht es für ein gutes Zusammenspiel bereits Absprachen und Terminplanung. Wichtigstes Werkzeug ist neben der Planung die Kommunikation. |
Für das Management eines Selbsthilfeprojekts können wir oft auf Erfahrungen aus unserem bisherigen Leben zurückgreifen. Falls in der Gruppe sich aber jemand zum Ziel gesetzt hat in diesem Bereich professionell zu werden kann es auch spannend sein, parallel zum Projektaufbau eine Weiterbildung zu besuchen.
Wir wollen und können hier keinen Managementkurs anbieten. Aber wir wollen einige Punkte beleuchten, die aus unserer Erfahrung für das Gelingen wichtig sind. Sie kreisen alle um die Frage der Kommunikation:
- Wie organisieren wir unsere Arbeit?
Wie drücke ich mich klar und deutlich aus?
Haben wir eine Streitkultur?
[1] Stoller 1996, Seite 48