viavia.ch



> > AKB > A-Post > A-Post 2003 Nr. 2 und 3

Sozialforum Schweiz: Vielfältigkeit als Ziel



Vom 19. bis 21. September 2003 findet in Freiburg das erste Schweizer Sozialforum (SSF) statt. Als „Kind“ des Weltsozialforums von Porto Alegre und Mitglied des Europäischen Sozialforums versteht sich das SSF als Plattform der Debatte und Reflexion der sozialen Bewegungen im Land mit wegweisendem Potential.

Am 2. Weltsozialforum von Porto Alegre im Januar 2002 war beschlossen worden, die Sozialforen auszuweiten und zu internationalisieren - durch regionale, kontinentale oder thematische Foren. Wenn „eine andere Welt“ möglich sein soll, erscheint eine Debatte zu einer „anderen Schweiz“ unabdingbar - einer Schweiz jenseits von Kapitalismus, Finanzplatz und Bankgeheimnis.

In den 18 Monaten, die seit den ersten Treffen vergangen sind, wurden wichtige Schritte gemacht: Inzwischen sind rund 50 AktivistInnen in mehreren Arbeitsgruppen mit Koordination, Programm, Kommunikation, Internetauftritt und Medienarbeit. Dazu kommt das Freiburger Organisationskomitee (COFRI), das sich um die gesamte Logistik kümmert. Mit der Vorbereitung des ersten Sozialforums konkretisiert sich ein neues nationales Netzwerk.

Bis Mitte August haben sich rund 40 Organisationen sowie rund ein Dutzend progressive Medien dem Schweizer Sozialforum angeschlossen. Die Palette reicht von Gewerkschaften wie comedia und VPOD über NGO aus der Entwicklunszusammenarbeit, darunter die Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke, E-Changer, Interteam und GVOM, bis hin zu Attac, dem Forum Social Lémanique und der Erklärung von Bern. Weiter vertreten sind progressive christliche Organisationen, Menschen-rechtsgruppen (Amnesty International), FeministInnen, Sans-Papiers, ImmigrantInnen und Solidaritätskomitees.

Das SSF will weder bestehende Bewegungen ersetzen noch die Rolle einer "Mega"-Bewegung übernehmen. Das Sozialforum hat einzig den Anspruch, einen regelmässigen und systematischen Raum der Begegnung und der Debatte über Alternativen zum vorherrschenden neoliberalen System zu bieten.

Schlüsselthemen

Die Schweiz trägt eine doppelte Verantwortung in diesem planetaren Gefüge - sowohl was Macht und Dominanz wie auch was Widerstand und Solidarität betrifft. Dies macht das Sozialforum umso wichtiger.

Im Mittelpunkt des ersten Sozialforums stehen Schlüsselthemen der aktuellen Debatte: Krieg und die neue Weltvorherrschaft, der Schweizer Finanzplatz und seine weltweite Verantwortung, das neoliberale Modell, die Privatisierung, die soziale Vorsorge sowie die nord-zentrierte und unmenschliche Immigrationspolitik.

Rund 40 Workshops werden am Samstag und Sonntag angeboten: Immigrationsproblematik, Ökologie, nachhaltige Entwicklung, alternative Wirtschaft sind nur einige Beispiele aus der Themenpalette. Die Workshops sollen zudem einen echten Austausch ermöglichen und den verschiedenen Organisationen ermöglichen, ihre konkreten und täglichen Erfahrungen zu teilen und zur Debatte beizutragen.

Sergio Ferrari, Koordination Sozialforum Schweiz

 

Die IGA und die Arbeitslosenkomitees sind auch am Sozialforum. Lesen Sie in diesem Artikel mehr.



nach oben