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Experimente sozialer Ökonomie
Frauen sind die ersten Opfer der Prekarität. Weil Frauen auf dem Arbeitsmarkt und besonders in den "Problemquartieren" immer mehr zurückgedrängt werden, öffnete "Aktive Frauen" (Femmes actives) seine Türen. Zuerst war "Aktive Frauen" als Verein gegründet worden. Später hat das Team parallel dazu ein zertifiziertes Unternehmen der sozialen Integration gegründet. Da diese Struktur das Wachstum hemmte, beschlossen die Frauen, sich eine neue Unternehmensform zu geben: die soziale Genossenschaft. "Was uns wichtig erscheint, ist, dass die Frauen mit Schwierigkeiten bei uns Arbeit finden, aber auch, dass sie sich durch die genossenschaftliche Struktur in das Unternehmen einbringen. Gegenseitige Hilfe, Solidarität und Mitverantwortung – das sind Werte, die sich unmöglich in einem als AG oder GmbH organisiertem Unternehmen umsetzen lassen. Deshalb dachten wir im Allgemeinen Bund der Scoops, inspiriert durch italienische Sozialgenossenschaften, über eine neue Struktur nach: Die Genossenschaft von allgemeinem Interesse (Société d’Intérêt Collectif (SCIC)", erklärt Djamila Maïni, Direktorin der Aktiven Frauen. Die SCIC hat gleichzeitig ein soziales und ein ökonomisches Ziel. Finansol wurde 1995 als Verein gegründet und dient als Dachorganisation für alle französischen Strukturen des solidarischen Sparens. Diese schlagen den Sparern vor, gemeinnützige Initiativen zu finanzieren. Die Sparenden finanzieren Körperschaften mit sozialer Nützlichkeit. Mit dem Geld werden Arbeitsplätze geschaffen und gesellschaftliche Ausschlüsse bekämpft. Das solidarische Sparen hat einen weiteren Vorteil: Die Sparenden können die Verwendung ihrer Gelder kontrollieren. Ein intellektueller, artistischer, sportlicher und handwerklicher Tauschhandel... Denn es sind nicht immer die selben, die etwas wissen. "Die Netze des gegenseitigen Wissensaustausch basieren auf Pluralität und Gegenseitigkeit." Jede und jeder besitzt Kenntnisse, welche die anderen interessieren könnten, dadurch sind alle gleichzeitig AnbieterInnen wie auch Benutzer, unabhängig von ihrem kulturellen, sozialen oder religiösen Hintergrund. Das ist ein sehr interessanter Vorgang von gegenseitiger Hilfe in einer Zeit, in der man von sozialer Vereinzelung spricht. ..." Durch die Gegenseitigkeit entsteht eine Gleichwertigkeit. MERS (Mouvement des réseaux D’échanges réciproques de savoirs Dieses 1984 gegründete Projekt beruht von Anbeginn auf dem Willen, Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen zu integrieren. Um dies zu erreichen, hat sich Envie (Lust) auf die Reparatur, das Recycling und den Verkauf von Haushaltgeräten spezialisiert. Envie verfolgt dabei drei Ziele: die soziale und berufliche Integration von Menschen in schwierigen Lebenssituationen; Einzelpersonen oder Familien mit geringen Einkommen den Zugang zu qualitativ hochstehenden Hausgeräten (die zu einem Drittel des Ladenpreises verkauft werden) zu erleichtern; und einen aktiven Beitrag zur Schonung der Umwelt zu leisten, indem Gerät weiterverwendet werden. Das Netzwerk hat in Frankreich mittlerweile 30 lokale Mitlgiedsvereine, die als "Eingliederungsunternehmen" anerkannt sind. Damit konnten 600 Arbeitsplätze geschaffen werden, 450 davon für Personen in einem Eingliederungsprogramm. Die Verträge sind befristet, der Staat finanziert die Begleitung undinsbesondere die Ausbildung dieser Leute, die oft lange ohne (sinnvolle) Arbeit gewesen waren. Envie ist, im Schoss der Sozialen Ökonomie zum ersten professionellen Haushaltgeräte-Wiederverwerter Frankreichs geworden.
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